Hasspredigt-Vorwurf gegen Algermissen: Fuldaer Bischof setzt sich zur Wehr

06. April 2016
FULDA

Heinz-Josef Algermissen ein Hassprediger? Diesen Vorwurf erhebt ein Verband nach der Osterpredigt des Fuldaer Bischofs – diese sei volksverhetzend. Das Bistum Fulda möchte das so nicht stehen lassen.

Der Vorwurf, den der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) Bischof Heinz-Josef Algermissen nach dessen Osterpredigt im Fuldaer Dom entgegengeschleudert hat, könnte kaum schwerer wiegen. In einer Pressemitteilung bezeichnet der Verband, der sich als Interessenvertretung konfessionsloser Menschen betrachtet, die Ansprache als volksverhetzend und als katholische Hasspredigt.

Algermissen habe Menschen ohne christlichen Glauben als großes Sicherheitsrisiko für die Mitwelt bezeichnet, sagte Frieder Otto Wolf, Präsident des HVD. Die Ausführungen des Bischofs würden den großen Teil der Bevölkerung ohne christliches Bekenntnis sowohl im Gebiet der Diözese wie in ganz Deutschland diffamieren.

„Bischof wollte niemanden diffamieren“

Der HVD bezieht sich bei seiner Kritik auf folgende Passage der Osterpredigt: „Der Mensch ohne Ostern lebt unter der gnadenlosen Devise: Was du bis zu deinem Tode nicht erreicht hast, das hast du verloren. Der Mensch ohne Auferstehungsglauben wird zu einem großen Sicherheitsrisiko für die Mitwelt, denn seine Hektik und Daseinsangst ließen ihn zuschlagen und zerstören.“

Das Bistum Fulda widerspricht dem Vorwurf des HVD entschlossen. „Die Osterpredigt von Bischof Algermissen hatte keineswegs die Absicht, irgendjemanden zu diffamieren. Aus der Perspektive eines gläubigen Christen legt der Bischof dar, dass der Mensch nicht alles auf Erden um jeden Preis erreichen muss, wenn er die Hoffnung auf die Auferstehung hat. Aus der Lektüre des Textzusammenhangs der Predigt geht das auch ganz klar hervor“, heißt es auf Anfrage von fuldaerzeitung.de.

Kritik an Tendenz zur Aussonderung der Schwachen

In seiner Predigt hatte der Bischof einleitend gefragt: „Wohin geht der Mensch, der sich von Gott verabschiedet hat? Wo landet eine Gesellschaft, die sich immer mehr von Werten und Grundsätzen trennt, die das christlich-jüdische Welt- und Menschenbild ihr geschenkt hat?“ Alles werde technisch produzierbar, am Ende gar der Mensch, der sich selbst produziere.

Algermissen beklagte die Tendenz einer Gesellschaft, die sich anschicke, nicht nur nach den Schwächen eines Menschen zu fahnden, sondern nach den Schwachen, um sie auszusondern. Die Auswahl zwischen „Wertvollen“ und „Unwerten“ sei weit unter der Würde des Menschen. „Gott allein garantiert die Würde der Schwachen ohne jedwede Bedingung.“

Die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten sei „unsere Perspektive und Zukunft“. Der Glaube an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten sei das kostbarste den Menschen anvertraute Gut. / sps