Helmig schenkt Grebenhain 2,1 Millionen Euro

17. Juli 2013
Grebenhain

Milliardär Lutz Helmig (66) hat seiner Heimatgemeinde ein großzügiges Geldgeschenk in Millionenhöhe gemacht und die gesamten Schulden übernommen. Die einzige Bedingung: die Kommune im Vogelsbergkreis (4800 Einwohner) darf drei Jahre lang keine neuen Verluste einfahren.

Die Gemeindevertretung stimmte am Dienstagabend ab und nahm die Spende in Höhe von 2,1 Millionen Euro einstimmig an, wie der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Helmut Stier (SPD), am Mittwoch bestätigte.

Helmig hat ein Haus in Grebenhain, ist mit dem im November ausscheidenden Bürgermeister bekannt und arbeitete vor Jahren als Gefäßchirurg in einer Klinik in Grebenhain. Mittlerweile hat der Unternehmer ein Firmenimperium aufgebaut, hält unter anderem Anteile an Kliniken und Fluglinien. Stier versichert, dass Helmig keinen Hintergedanken bei der finanziellen Wohltat in Grebenhain habe: "Der Mann macht das vollkommen uneigennützig aus versteuertem Einkommen. Er möchte den Menschen hier etwas Gutes tun."

Bürgermeister Manfred Dickert (parteilos) sagte "hr-online": "Ich bin sehr glücklich darüber. Die Frage ist aber, wie schaffen wir es, künftig einen ausgeglichenen Haushalt zu kreieren." Drei Jahre keine neuen Schulden zu machen, das sei nicht leicht. "Das ist eine Herausforderung, der ich mich jetzt schon stelle. Den Rest muss dann mein Nachfolger machen." Helmig ist der Gründer der Helios-Kliniken sowie der Beteiligungsgesellschaft Aton.

"Gerade die unterste Stufe unserer Demokratie muss wie alle Bürger wieder lernen, dass sie mit dem auszukommen hat, was heute erwirtschaftet ist", erklärt der 66-jährige Unternehmer im Gespräch mit unserer Zeitung seine Spende. Seit 1977 hat er seinen Erstwohnsitz in der Kommune im Vogelsberg. Als Vorbild sieht Helmig die Schweiz: Dort seien die Haushalte ausgeglichen und nur bei besonderen Ausgaben gebe es Anleihen. "Und diese Anleihen sollten per Volksentscheid gebilligt werden. Mit einer solchen gebilligten Anleihe könnte man beispielsweise die Energiewende finanzieren", sagt Helmig.

Einen ausführlichen Bericht zu dem Thema lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe unserer Zeitung oder im E-Paper.