Herbstzeit ist Igelzeit: Tierschützer informieren über Gefahren und Möglichkeiten

06. Oktober 2019
Fulda

Besonders im Herbst sind viele Igel in Gärten und Parks zu beobachten. Sie suchen Nahrung, um sich eine ausreichende Fettschicht für ihren Winterschlaf anzufressen. Der Tierschutzverein Fulda und Umgebung hat Hinweise für besorgte Igelfreunde.

Igel werden oft zu früh in menschliche Obhut genommen, teilt der Tierschutzverein mit. „Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark untergewichtig sind, brauchen Hilfe von Fachleuten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nur kranke oder verletzte Igel mitnehmen

Sofern Igel nicht verletzt oder augenscheinlich krank erscheinen oder stark von Parasiten, wie Flöhen, Zecken oder Fliegenlarven, befallen sind, seien sie in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben.

Auch der Deutsche Tierschutzbund warnt: „Man sollte Igel, die auch tagsüber unterwegs sein können, zunächst nur beobachten“, so James Brückner, Referent für Artenschutz. Hilfsbedürftige Igel erkenne man daran, dass sie abgemagert erscheinen oder sich apathisch verhalten.

Bevor ein Igel aber vorschnell in Pflege genommen wird, sollten Igelfreunde zunächst beim Tierarzt oder beim örtlichen Tierschutzverein nach fachlichem Rat fragen.

Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten im Garten

„Dahingegen kann mit einem igelfreundlichen Garten oder durch Zufütterung jeder dabei helfen, Igel sicher über den Winter zu bringen“, erklärt der Tierschutzverein Fulda. Igelmännchen beginnen je nach Witterung im Spätherbst mit dem fünf- bis sechsmonatigen Winterschlaf. Erst später ruhen die Weibchen, die nach der Jungenaufzucht mehr Energie aufnehmen müssen.

Junge Igel ziehen sich sogar erst im November zurück. Damit sie ihren ersten Winter überstehen, müssen sie sich bis zum Winterschlaf ein Gesamtgewicht von mindestens 500 Gramm anfressen. Liegt in Gärten und Parks genügend heruntergefallenes Laub, finden sie meist ausreichend zu fressen.

Gerade für junge Igel kann eine Zufütterung aber sinnvoll sein. Die Tierschützer raten deshalb: „Geeignet ist Katzendosenfutter, gemischt mit Haferflocken oder Weizenkleie. Zudem sollte den Tieren Wasser angeboten werden. Milch und Essensreste sind nicht artgerecht und schaden dem Tier.“

Laubbläser können Jungigel töten

Wichtig für den Winterschlaf seien außerdem igelfreundliche Gärten, in denen es neben Nahrung auch genug Rückzugsmöglichkeiten gibt. Komposthaufen, aber auch Reisig- oder Blätterhaufen bieten ein ideales Quartier für den Winterschlaf und werden daher am besten liegen gelassen.

Wer sich dennoch entschließt, heruntergefallenes Laub zu entfernen, sollte am besten zu Rechen oder Harke greifen. Laubbläser entfernen neben dem Laub auch Insekten und Weichtiere – eine wichtige Nahrungsquelle für Igel. Bei Laubsaugern besteht sogar die Gefahr, dass sie kleinere Igel einsaugen und töten. / lio