Jäger will ein Wespennest entfernen – dann fackelt auf einmal der ganze Hochsitz ab

23. August 2019
Neuhof

Da hat offenbar jemand (vielleicht verbotenerweise) zu den falschen Waffen gegriffen – und muss nun möglicherweise mit den teuren Konsequenzen rechnen: In der Nähe von Neuhof wollte ein Jäger ein Wespennest an einem Hochsitz abbrennen. Letztlich ging aber dann der ganze Jägersitz in Flammen auf.

Zuerst das Positive: Nach Erkenntnissen der Polizei wurde bei dem Brand am Donnerstag niemand verletzt. Eine Leitstellenmeldung der Polizei Fulda war am Donnerstag um 19.37 Uhr eingegangen. Zunächst war gemeldet worden, dass eine Gartenhütte in Hattenhof auf der Weimesstraße brennt.

Wie sich dann vor Ort herausstellte, handelte es sich um einen Hochsitz, der Feuer gefangen hatte. Ein Jäger hatte am Hochsitz ein Wespennest entdeckt und versucht, es mit Feuer zu entfernen, wie die Polizei am Freitagmorgen auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte. Der Brand an dem Hochsitz sei dann außer Kontrolle geraten. Die Feuerwehr musste die Flammen löschen.

Polizei ermittelt wegen Verstoß gegen Naturschutzgesetz

Der Mann wollte das Wespennest abbrennen, sagte ein Polizeisprecher. Und dass obwohl Wespen und ihre Nester unter Naturschutz stehen. Wespennester dürfen deshalb nur nach Genehmigung entfernt werden. Ob der Mann eine Genehmigung zum Entfernen des Wespennestes hatte, konnte der Beamte zunächst nicht sagen.

Die Polizei ermittelt jetzt nach eigenen Angaben in jedem Fall. Sie prüft zum einem den möglichen Tatbestand des Herbeiführen einer Brandgefahr sowie einen möglichen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz. Im Bundesnaturschutzgesetz heißt es in Paragraf 69 zum Beispiel auszugsweise: Ordnungswidrig handelt, wer (entgegen Paragraf 44) ein wild lebendes Tier tötet oder eine Fortpflanzungs- oder Ruhestätte aus der Natur entnimmt, beschädigt oder zerstört.

Strafen bis zu 50.000 Euro

Werden Personen beim widerrechtlichen Entfernen von Wespennestern erwischt, droht ihnen ein empfindliches Bußgeld. In Hessen wird die Nestentfernung nach Angaben des Verlags für Rechtsjournalismus mit bis zu 5000 Euro bestraft, bei besonders geschützten Arten sogar mit bis zu 50.000 Euro.

Zu der Höhe des entstandenen Sachschadens an dem Hochsitz konnte die Polizei zunächst noch keine Angaben machen. / sec, mbl, sar