„Ich habe all meine Kraft eingesetzt“: Karl-Josef Schwiddessen als Petersberger Bürgermeister verabschiedet

28. Februar 2018
Petersberg

Großer Bahnhof für einen verdienten Kommunalpolitiker: Petersbergs Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen (CDU) ist gestern vor 180 Gästen im Propsteihaus verabschiedet worden.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Oberbürgermeister, Landrat, zahlreiche Bürgermeister aus dem Kreis Fulda sowie aus Schlitz und Motten, Vertreter von Politik, Behörden, Vereinen und Gemeindemitarbeiter – sie alle waren gestern ins Propsteihaus gekommen, um „Karlo“ Schwiddessen zu würdigen. Beim Blick auf den Geschenketisch wurde schnell klar: Der Bürgermeister trinkt gern Rotwein. „Das ist auch der Grund, warum Petersberg Partnergemeinden sowohl in Spanien als auch in Frankreich hat“, scherzte der Erste Beigeordnete Georg Amshoff (CDU), der mit launigen Sprüchen durch den Abend führte.

Schwiddessen hatte um kurze Grußworte und keine Lobhudeleien gebeten. Zumindest an die erste Vorgabe hielten sich die Redner. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Felix Gaul (CDU), sagte, die 24-jährige Amtszeit Schwiddessens sei eine „prägende Periode“ gewesen, die in der „Chronik der Gemeinde großen Platz einnehmen“ werde. Der 68-Jährige habe immer „im Interesse und zum Wohle der Gemeinde gehandelt“. Der scheidende Bürgermeister habe sich dabei nicht davor gescheut, manch heißes Eisen anzufassen – „und dafür auch mal einen Tritt vors Schienbein bekommen“, sagte Gaul. Er und Amshoff dankten besonders Schwiddessens Frau Ingrid, die ihm den Rücken freigehalten habe.

Viel Lob gab es auch von Karl-Christian Schelzke, dem Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes: Schwiddessen habe immer viel Tatkraft gezeigt, sei stets hervorragend vorbereitet und die Diskussionen mit ihm angenehm gewesen. Das bekräftigte Poppenhausens Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU), der für die Bürgermeisterkreisversammlung sprach, dessen Vorsitzender Schwiddessen 18 Jahre lang war: „Du hast deine Aufgabe kompetent, engagiert, überparteilich und zielgerichtet erledigt.“ Landrat Bernd Woide (CDU) hob Schwiddessens Verdienste hervor: Dass Petersberg sich so gut entwickelt habe, daran habe er seinen Anteil. Der Bürgermeister sei zudem ein „Mann mit Ecken und Kanten, an dem man sich reiben kann“.

Gratulationen überbrachte auch der Bürgermeister der spanischen Partnergemeinde Sabiñánigo, Jesús Lasierra: Schwiddessen habe die Gäste stets mit einer Freundlichkeit empfangen, „als wären wir zu Hause“. Er sei der „Motor der Städtepartnerschaft“ gewesen. In Sabiñánigo gebe es nun den „Plaza de Petersberg“ als Symbol der Verbrüderung.

Der Gefeierte selbst war gerührt von den vielen warmen Worten. „Ich liebe mein Petersberg, mit all meiner Kraft habe ich mich für meine Heimatgemeinde eingesetzt“, sagte Schwiddessen. Er könne mit Stolz eine Gemeinde an Carsten Froß übergeben, die „in allen Punkten der Gemeindepolitik gut da steht“. Er freue sich jetzt aber darauf, endlich selbst Herr über seinen Terminkalender zu sein.