„Ich habe mehr Lebensmut": Julia nahm in nur einem Jahr 37 Kilo ab

19. November 2014
FULDA

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ein gutes Beispiel dafür ist Julia Versteegh aus Künzell: In einem Jahr hat sie 37 Kilo abgenommen – damit soll es aber nicht genug sein. Uns hat die 22-Jährige verraten, wie sie nach mehreren gescheiterten Versuchen endlich Erfolg hatte.

Noch Vor einem Jahr, mit einem Gewicht von 130 Kilogramm, war es Julia Versteeghs Ziel, die 100-Kilo-Marke zu knacken. Heute wiegt sie 93 Kilo – Sport und eine gesunde Ernährung sind aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Ihr neues Ziel ist ein schlanker und muskulöser Körper.

Letztendlich sei es eine ziemlich spontane Entscheidung gewesen, das mit dem Abnehmen. Ihr erster Versuch war es allerdings nicht: „Nicht zuletzt meine Eltern haben mich immer wieder motiviert. Aber man muss es einfach selbst wollen, sonst klappt es nicht.", betont Versteegh. Knackpunkt war schließlich die Entdeckung eines Fitnesstudios in Künzell, ausschließlich für Frauen. Dies habe etwas von ihrer Scham genommen. Auf andere junge Frauen in ähnlichen Situationen zu treffen, zeigte ihr außerdem, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine ist.

Kein Selbstläufer

Es kostete sie zwar einige Überwindung, trotzdem meldete sich Versteegh bei dem Studio an. „Gleich am ersten Tag führten sie dort eine Körperanalyse bei mir durch."Auf dieser Basis wurde ein Trainingsplan erstellt. Im Gegensatz zu den anderen Fitnessstudios, die sie bereits besucht hatte, hatte sie dort das Gefühl, dass es den Angestellten um die Person und nicht um das Geld geht. „Das sind ganz tolle Leute, man wird sehr gut betreut und unterstützt", sagt Versteegh.

Ehrgeiz und Motivatoren

Dennoch war vor allem der Anfang schwer: „Zunächst musste ich meinen inneren Schweinehund überwinden und mich selbst zum Trainieren ermutigen. Das war nicht gerade einfach", erklärt die 22-Jährige ihre damalige Situation, die vermutlich viele am Anfang eines solchen Projekts kennen. Zu Beginn glaube man noch nicht so an sich selbst, aber „meine Familie und meine Freunde standen voll hinter mir. Das hat sehr geholfen."

Der beste Motivator waren aber die Ergebnisse. „Wenn man die Resultate der eigenen harten Arbeit sieht, merkt man, dass die Anstrengung nicht umsonst ist und dass das eigene Ziel nicht unerreichbar ist." Es gab aber auch Gegenwind von Leuten, die sie belächelten und nicht an ihren Erfolg glaubten. Versteegh habe das aber als eine Art Motivation gesehen: „So nach dem Motto „Euch werde ich es zeigen" Ich habe da einen besonderen Ehrgeiz".

Weitere Motivationsquellen waren und sind für Julia Versteegh die sozialen Medien Facebook und Instagram: „Ich habe die Möglichkeit, meine Erfolge mit anderen Leuten weltweit zu teilen. Oft werde ich auch von Fremden angeschrieben, die wissen wollen, wie ich das gemacht habe, oder die einfach positives Feedback geben", so Versteegh, die mittlerweile sogar Kontakt zu Leuten aus Amerika pflegt, die „noch stärker abgenommen haben als ich." Das mache ihr Mut.

Disziplin und Durchhaltevermögen

Fünf Tage die Woche arbeitet die 22-Jährige nachts in der Nachtschicht bei PVG und geht tagsüber ins Fitnessstudio. An einem Tag macht sie Ausdauer-Training, am nächsten dann Kraft-Training. Zusätzlich geht sie noch mit ihren Hunden spazieren und reitet, um etwas Abwechslung zu haben.

Versteegh ist davon überzeugt, dass es keine Ausreden gibt, Sport zu meiden: „Etwas Zeit findet man immer. Für Schilddrüsenprobleme gibt es Tabletten. Ich selbst rauche und eine Freundin von mir, die selbst trainiert, hat zwei kleine Kinder. Es gibt einfach immer eine Möglichkeit und jeder kann abnehmen" sagt sie, „Man muss es nur wollen und durchziehen. Disziplin und Durchhaltevermögen sind das A und O dabei."

Außerdem sei Sport nicht nur etwas für die, die abnehmen oder Muskeln aufbauen wollen: „Sport ist immer gut. Gut für das Herz, gut gegen Cellulite – einfach allgemein gut für die Gesundheit und natürlich auch die Figur", sagt sie.

„Man macht es nicht nur für sich"

Sport allein ist natürlich nicht die Lösung. Eine gesunde Ernährung macht sehr viel aus. „Ich esse nur selten Fastfood oder Fertiggerichte und auch von Süßgetränken halte ich mich fern. Ich komme am Besten mit Wasser und Tee zurecht", sagt die 22-Jährige. Sie habe sich zudem angewöhnt, selbst zu kochen, Salate zu essen und abends nur wenige Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Einmal die Woche gönnt sie sich aber auch etwas: „Das regt den Stoffwechsel an. Außerdem sollte man sich das Essen nicht krampfhaft verbieten oder hungern."

Am Anfang habe sie immer gesagt, sie mache das nur für mich selbst. Aber das stimme so nicht ganz, „Irgendwie macht man es doch auch für andere: Man will einfach dazugehören und akzeptiert werden.", sagt Versteegh.

Einfach ein tolles Gefühl

Ich fühle mich heute schon viel wohler in meinem Körper, als noch vor einem Jahr", erzählt sie. „Ich habe mehr Lebensmut, bin unternehmungslustiger und deutlich selbstbewusster geworden. Früher sei sie eher still und nur selten weggegangen. „Ich wurde auch weniger gefragt, ob ich weggehen will." Heute sei auch die Einstellung Fremder ihr gegenüber anders: „Ich werde öfter auf der Straße mal angelächelt und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass jeder, der mich sieht, wegen meines Gewichtes über mich urteilt", sagt sie.

Außerdem lege sie heute mehr Wert auf ihr Äußeres als zuvor: „Shoppen macht kaum Spaß, wenn man nicht in viel reinpasst, und geschminkt habe ich mich auch nicht. Ich dachte, das würde keinen Unterschied machen. Heute gehe ich einfach ganz anders mit mir um. Es ist ein tolles Gefühl."