„Kann sich gegen Schäden nicht mehr wehren“: Stadt lässt 110 Jahre alte Trauerweide fällen

12. September 2018
Fulda

Weil die 110 Jahre alte Trauerweide vor dem Parkhaus im Fuldaer Stadtzentrum nicht mehr sicher steht, wird sie am Dienstag, 18. September, gefällt. Lesen Sie hier alle Hintergründe.

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt

In einer Pressemitteilung hat die Stadt Fulda verkündet, dass die Trauerweide an der Ecke der Brauhausstraße und Rangstraße vor dem Parkhaus „Q-Park Altstadt“ gefällt werden muss. Die Standsicherheit des Baumes sei stark beeinträchtigt.

Schäden sind zu groß

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt die Stadt, dass die Weide beim Bau des Parkhauses Schäden von sich getragen hat. Laut Johannes Kömpel vom Grünflächenamt ist das – trotz aller Vorsicht bei den Bauarbeiten – nicht vermeidbar gewesen. Zudem sei der Stamm des Baumes einst bei einem Verkehrsunfall beschädigt worden.

Es wurden regelmäßig Messungen durchgeführt, um die Standsicherheit zu überprüfen. Laut städtischer Pressestelle ergab die jüngste Messung im August, dass akute Unfallgefahr besteht, weil die Restwandstärke des Baumes nicht mehr ausreicht.

Kömpel bestätigt, dass sich die Weide gegen ihre Schäden nicht mehr wehren kann. „Eine Fällung ist alternativlos“, sagt er. Im Inneren sei sie zum Teil schon faul.

Stattliches Alter erreicht

110 Jahre alt ist die Trauerweide geworden. In diesem urbanen Raum ist das laut Kömpel ein stattliches Alter – gerade weil Weichholzarten nicht so langlebig seien wie beispielsweise Eichen.

Am Dienstag, 18. September, soll die Weide gefällt werden. Wegen ihrer Länge von etwa 15 Meter und der angrenzenden Straßen wird das Grünflächenamt die Äste und den Stamm Stück für Stück absägen. „Wir beginnen gegen 9 Uhr, wenn der Berufsverkehr durch ist“, sagt Kömpel. Verkehrsbehinderungen auf der Rangstraße oder Brauhausstraße soll es dabei laut Stadt nicht geben. Gegebenenfalls werde die Straße allerdings kurzzeitig verengt.

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