Karl Winfried Vogel holt wichtigsten Preis der Metallbaubranche

09. November 2013
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Fulda

Schmiede- und Schlossermeister Karl Winfried Vogel aus Fulda-Kämmerzell gehört zu den sechs neuen Stars der deutschen Metallbaubranche.

Am gestrigen Abend erhielt der osthessische Unternehmer auf dem deutschen Metallbaukongress in Waldachtal (Landkreis Freudenstadt im Schwarzwald) für seinen Wettbewerbsbeitrag den "M&T"-Metallbaupreis in der Kategorie "Metallgestaltung". Das ist der prestigeträchtigste Preis, den die deutsche Metallbaubranche zu vergeben hat. Bei den Worten der Jury hatte der Fuldaer Metallgestalter, dessen Frau Monika (52) die kaufmännische Seite des Familienbetriebes Schmiede und Metallwerkstätte Vogel managt, Gänsehaut.

Im Gedanken war Familie Vogel bei Josef Vogel, der den über 150 Jahre alten Familienbetrieb an die fünfte Generation übergeben hatte. "Das ist eine Arbeit, die unserem Vater ganz sicher gefallen hätte. Denn sie zeigt die Individualität, die er so geliebt hat", beschrieb Karl Winfried Vogel seinen persönlichen Bezug zu dem Grabmal. Das trägt unter Anspielung auf die Lebensideale des Verstorbenen den Titel "Geborgenheit" und ist auf dem Friedhof in Fulda-Kämmerzell zu bewundern.

Als Rohling diente ein seit vielen Jahren auf dem Betriebsgelände lagernder Stahlträger, der in der Oberfläche bereits korrodiert ist. Wie eine Reihe von Gebrauchsspuren aus früherer Verwendung charakterisiert die durch Rost vernarbte Oberfläche das Gesamtkunstwerk und entfaltet eine einzigartige Wirkung. Das Kreuz an der Grabstele vereint Schmiedetechniken, die der Verstorbene Zeit seines Lebens selbst gern angewendet hat. Die Wettbewerbs-Jury würdigte das Gemeinschaftswerk von Karl Winfried Vogel, seinem Sohn, dem Metallbaumeister Maximilian Vogel (26), und seinem Bruder Dieter Vogel (51) mit Preisträgern in fünf weiteren Kategorien als eines der "außergewöhnlichsten und innovativsten Projekte Deutschlands – intelligent geplant und kreativ umgesetzt". Ideeller Preisträger des Wettbewerbes ist der Bundesverband Metall. Die Jury hatte insbesondere auf Qualität geachtet. Zu den Förderern des Preises gehören international erfolgreiche deutsche Branchenriesen wie der Schweißgeräte-Hersteller EWM, die Hörmann-Gruppe (Hersteller von Toren, Türen, Zargen und Garagentorantrieben), Branchensoftware-Hersteller Orgadata, das Hightech-Unternehmen Trumpf, Bauzulieferer Schüco und die Würth-Gruppe, führender Hersteller und Großhändler für Produkte der Befestigungs- und Montagetechnik.

Die Filme über die Siegerobjekte können ab Montag auf dem M&T-Youtube-Kanal angeschaut werden. Er ist unter der Adresse http://www.youtube.com/user/MTmetallhandwerk erreichbar.

Qualität als Schlüssel zum Erfolg

Die Schmiede und Metallwerkstätte Vogel wird darin als bodenständiges Fuldaer Unternehmen präsentiert, das sich schlicht und ergreifend Qualität auf die Fahnen geschrieben hat und besonderen Wert auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses legt. "Im Zuge der industriellen Massenware bleibt ja heutzutage das Handwerkliche oft auf der Strecke", bedauert Karl Winfried Vogel. "Ich vermisse manchmal in unserer Branche die Bereitschaft, gute Detailarbeit abzuliefern – etwas, das unser Vater Zeit seines Lebens vorgelebt hat." Sein Vater Josef habe es geschafft, in den 70-er Jahren den Hebel für das Unternehmen von einer ehemaligen Huf- und Wagenschmiede in Richtung eines auf Metallgestaltung spezialisierten Betriebes umzulegen und damit das Fundament für den heutigen Erfolg gelegt. "Mit wenigen Mitteln aussagekräftig zu arbeiten und sich jedem Projekt mit der selben Professionalität zu widmen, das ist seither zu unserem Markenzeichen geworden", so Karl Winfried Vogel. Der Unternehmer sieht das Privatkundengeschäft als Schwerpunkt seines auf 15 Mitarbeiter gewachsenen Unternehmens, hat aber auch eine ganze Reihe von beeindruckenden Referenzobjekten vorzuweisen, für die entweder die Öffentliche Hand oder die Kirche Auftraggeber war. Das derzeit größte Projekt beschäftigt täglich drei bis vier Mitarbeiter auf der Baustelle des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt, das seit geraumer Zeit sehr aufwändig saniert und restauriert wird.

Mit seiner in den Stahl eines Grabmals mit meisterlichen Details komponierte Liebe zu seinem Vater Josef Vogel hatte der 53-jährige Schmiedemeister im Sommer bereits Platz zwei beim bundesweiten Grabmal-TED geholt. Daraufhin war die nationale und internationale Fachpresse auf das Meisterwerk aufmerksam geworden.