Katholische Bischöfe beraten in Fulda über Reform der Kirche

10. September 2019
Bonn

Der nach dem Missbrauchsskandal angekündigte Reformprozess innerhalb der katholischen Kirche steht im Mittelpunkt der diesjährigen Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 23. bis zum 26. September in Fulda. Weitere Themen sind die politische Entwicklungen in Deutschland nach den Landtagswahlen und die Klimadebatte.

Bei dem Reformprozess – offizielle Bezeichnung: der „synodale Weg“ – geht es um den Umgang der Kirche mit Macht, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Position von Frauen in der Kirche.

Die Autoren der vor einem Jahr veröffentlichten Missbrauchsstudie der Bischofskonferenz hatten darin auch Strukturen benannt, die sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche in der Kirche begünstigen könnten. Dazu gehören für sie neben dem Zölibat die ausgeprägte klerikale Macht Einzelner und ein problematischer Umgang mit dem Thema Sexualität.

Debatte über Brief des Papstes

Wie die Pressestelle des Bistums Fulda mitteilte, soll außerdem über den Brief des Papstes an die deutschen Gläubigen von Ende Juni gesprochen werden. Franziskus hatte die Katholiken in Deutschland vor voreiligen Schritten und Alleingängen gewarnt. Konservative wie der Kölner Kardinal Rainer Woelki fühlten sich dadurch bestätigt.

Allerdings wertete auch der reformorientierte Vorsitzende der Bischofskonferenz, Reinhard Marx, den Brief als Ermutigung. / dpa, mbl