„Keine Gefahr für Schüler“: Stadt betont korrekte Vorgehensweise bei Asbest-Lagerung

13. Oktober 2019
Fulda

An der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda, wo derzeit für 12 Millionen Euro saniert wird, lagern seit einigen Wochen Plastiksäcke mit der Aufschrift „Asbest“. Die Schule stand deswegen in der Vergangenheit immer wieder in Kontakt mit der Stadt.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

„Wir als Lehrerinnen und Lehrer der Ferdinand-Braun-Schule haben uns schon in den Sommerferien über die Menge an Asbestrückständen an der Schule gewundert“, schreibt ein Lehrer der Schule nach der Berichterstattung zum Thema am Dienstag unserer Zeitung. Er möchte anonym bleiben.

Zettel mit Hinweisen

An die Abbrucharbeiten erinnert er sich noch gut: „Als die Sanierung begann und das Dach der Schule entkernt wurde, waren die direkt an die Werkstätten angrenzenden Räume gesperrt. An der Tür hing ein Zettel, dass die Fenster aufgrund von Staubentwicklung geschlossen bleiben müssen. Da frage ich mich, warum nie die Rede von Asbest war.“ Die Schüler hätten die Fenster der Unterrichtsräume, die etwas weiter entfernt liegen, geöffnet. „Ob Asbest durch die Luft geflogen ist, lässt sich heute wahrscheinlich nicht mehr nachvollziehen.“

„Keine Gefahr“

Johannes Heller von der Magistratspressestelle der Stadt Fulda, die Träger der Schule ist, erklärt: „Nach menschlichem Ermessen bestand keine Gefahr für Schüler und Lehrer. Der Baustellenbereich war – beziehungsweise ist – durch staubdichte Wände zum Schulgebäude hin abgetrennt.“ Auch sei es zu keiner erheblichen Staubentwicklung gekommen. „Um dies zu verhindern, wurden vorsorgliche Maßnahmen ergriffen. So wurde das gesamte Dach mit Restfaserbindemittel eingesprüht, um mögliche Asbestfasern zu binden“, sagt Heller. Zudem sei es verboten gewesen, trocken zu kehren. Anfallende Reststücke seien mit dem Staubsauger aufgenommen worden, und es habe Hinweise an die Schule gegeben, die Fenster während der Arbeiten zu schließen. Auch von den Säcken, die noch auf dem Gelände lagern, gehe keine Gefahr aus.

Abest-Messung im Klassenzimmer

An der Ferdinand-Braun-Schule lernen 2800 Schüler, 140 Lehrkräfte sind beschäftigt. Die stellvertretende Schulleiterin Ulrike Vogler erklärt, dass sie Bedenken vonseiten ihrer Kollegen sofort an die Stadt herangetragen habe. „Das Gebäudemanagement hat in meinen Augen auch immer schnell reagiert. So gab es in der Schule den Wunsch, eine Asbest-Messung in einem Unterrichtsraum durchzuführen. Zwei Tage später habe ich von der Stadt die Info bekommen, wann das passieren wird. Das habe ich auch immer gleich ans Kollegium weitergegeben.“ Es sei wünschenswert, wenn die Säcke nicht mehr auf dem Gelände lagern würden. „Aber ich vertraue auch auf die Aussage der Stadt, dass die Materialien sicher verpackt wurden und keine Gefahr von den Säcken ausgeht.“

Man kann von Asbest Lungenkrebs bekommen. Bereits eine eingeatmete Faser ist theoretisch ausreichend, um Krebs auszulösen. Deshalb gibt es keine Faser-Konzentration, die Gesundheitsgefahren ausschließt. Das erklärt Experte Jens Jerzembek vom TÜV Hessen, der Gebäudeschadstoffbegehungen durchführt.