Kirchen kritisieren frühe Eröffnung der Weihnachtsmärkte

23. November 2018
HESSEN/FULDA

Noch sind es mehr als vier Wochen bis Heiligabend, die ersten Weihnachtsmärkte in Hessen starten aber schon. Zu früh, kritisieren die Kirchen. Auch in Fulda wird heute der Weihnachtsmarkt eröffnet – diesmal ohne kirchlichen Segen.

Auch wenn die Märkte in Rüdesheim, Fulda und Limburg am 25. November, dem Totensonntag, geschlossen bleiben, kritisiert die evangelische Kirche den frühen Beginn. „Eine künstliche Ausweitung der Adventszeit beschädigt ihren besonderen Zauber“, sagt Volker Rahn, Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). „Wenn immer Advent ist, ist es keine besondere Zeit mehr.“

Auch bundesweit hatten die großen Kirchen Kritik geübt. Sehr früh, schon am 16. November, ging es in Essen los – so früh wie noch nie. Und in Duisburg ist bereits seit 15. November Weihnachtsmarkt. „Wir wollen gar nicht die Spielverderber sein, die sich alle Jahre wieder gegen zu frühe Weihnachtsmärkte aussprechen“, sagte Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen der Deutschen Presse-Agentur. Die Märkte seien aber heute vor allem Marketinginstrument, um Menschen in die City zu locken. „Uns als gläubigen Christen ist es wichtig, bei all der Markttreiberei darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu.“

Aber nicht nur der Start, auch das Ende von Weihnachtsmärkten ist ein Diskussionspunkt. Die EKHN setzt sich laut Sprecher Rahn für eine Umwandlung der Weihnachtsmärkte nach den Feiertagen in Wintermärkte, wie beispielsweise in Kassel, ein. In Fulda sind die Buden Unterm Heilig Kreuz zwar auch noch nach Weihnachten geöffnet – hier hat der Name allerdings auch keinen weihnachtlichen Bezug, der Markt heißt seit jeher „Winterwald“.

In Fulda kritisierten katholische und evangelische Kirche die frühe Markteröffnung vor allem wegen des anstehenden Totensonntags. Den Advent schon vor diesem Tag einzuläuten, an dem in Gottesdiensten und auf Friedhöfen der Verstorbenen gedacht wird – angesichts dieser Tatsache gaben Stadtpfarrer Stefan Buß und der evangelische Dekan Bengt Seeberg bekannt, dem Markt bei der Eröffnung in diesem Jahr nicht segnen zu wollen.

„Zwei Tage später hätte auch gereicht“, sagen die beiden Geistlichen. Hierzu erklärt die Stadt Fulda, die Weihnachtsmarktsatzung sehe vor, dass der Markt immer an einem Freitag beginnen und enden und der Markt volle vier Wochen laufen soll. / alb

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