Konzept fertig, Umzug geplant, Abriss beantragt: Bei der Langebrückenstraße 14 geht es voran

11. Januar 2018
Fulda

Schon in den kommenden Monaten könnten die Bagger in der Langebrückenstraße 14 rollen: Die Unternehmerfamilien Burg und Geisendörfer haben einen Antrag gestellt, um die Gebäude auf einem Teil des Geländes abzureißen. Das Haupthaus soll indes verkauft werden. Das Jugendwerk der AWO prüft derzeit zwei Alternativstandorte.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Im Sommer 2016 hatten die beiden Unternehmerfamilien bekannt gegeben, das 7300 Quadratmeter große Areal an der Langebrückenstraße 14 kaufen und dort Wohnbauprojekte verwirklichen zu wollen. Getan hat sich seither nicht viel – zumindest äußerlich. Hinter den Kulissen wurden Förderprogramme ausgelotet, Konzepte erstellt und Verhandlungen geführt. Jetzt könnte es bald losgehen. Wie Christopher Burg erklärt, hat er zwischen den Jahren einen Abrissantrag bei der Stadt gestellt. Die maroden Sheddachhallen aus dem späten 19. Jahrhundert sollen verschwinden. Auch die Räumlichkeiten im Hof müssen weichen.

Das Haupthaus hingegen, zur Langebrückenstraße hin, bleibt erhalten – es steht unter Ensembleschutz. Christopher Burg und Martin Geisendörfer wollen das leerstehende Gebäude veräußern. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden, was die Gespräche angeht. Noch im Januar oder im Februar wird der Verkauf abgeschlossen sein“, sagt Burg. Wer der potenzielle neue Eigentümer ist, will er noch nicht verraten. Klar ist aber: Die Stadt Fulda wird es nicht sein – das hatte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) mit Blick auf den Preis abgelehnt.

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Auf dem restlichen Gelände sollen dann Wohnungen gebaut werden. „Wir wollen eine soziale Durchmischung“, bekräftigt Christopher Burg. Soll heißen: ein Teil Sozialwohnungen, ein Teil Eigentumswohnungen für mittlere Einkommen und ein Teil Luxus-Penthäuser. „Die Struktur wird ähnlich wie beim Projekt Florentor, das wir 2014 abgeschlossen haben“, beschreibt Burg. Wie viele Wohneinheiten entstehen, sei auch vom Bebauungsplan abhängig, den die Stadtverordneten noch auf den Weg bringen müssen – was sich wohl bis Herbst ziehen wird.

Die Pläne bedeuten für den bisherigen Hauptmieter in der „L 14“, das Jugendwerk der AWO Nordhessen, den Umzug. Die Arbeiterwohlfahrt betreibt und unterstützt dort zahlreiche soziale Projekte, etwa das Café Panama, den Kleidertauschladen, ein Reparatur-Café, das Ehrenamtsbüro oder das Kino35. Ende 2017 ist der Mietvertrag ausgelaufen. „Wir haben der AWO noch einen bis zwei Monate eingeräumt, um einen neuen Standort zu finden“, sagt Christopher Burg.

Das ist bislang noch nicht geschehen, stellt Christian Schmitt vom Jugendwerk klar. Das Jugendwerk beschäftige sich mit zwei alternativen Standorten im Fuldaer Stadtgebiet, die derzeit geprüft würden. Verträge seien noch nicht unterzeichnet. „Es ist nichts in trockenen Tüchern“, betont Schmitt. Die Gespräche dazu könnten aber bereits Ende kommender Woche abgeschlossen werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes stand eine Passage, die so klang, als habe das Jugendwerk der AWO bereits einen Alternativstandort gefunden. Das ist nicht der Fall. Wir bitten, das Missverständnis zu entschuldigen.