Tierfutter statt Wurst: Fuldaer KFF-Fleischerei gerettet

16. Dezember 2016
Fulda/Bretten

Der Fuldaer Wurstfabrikant KFF stellt künftig keine Nahrung mehr für Menschen, sondern für Tiere her. Die Kurhessische Fleischwarenfabrik (KFF) wird ab dem 31. Januar 2017 vom Tierfutterfabrikanten Deuerer mit Sitz in Baden-Württemberg geführt.

Nachdem sich die Supermarktkette Tegut von KFF getrennt hatte, war das Unternehmen in die Krise gerutscht. Trotz der Übernahme sollen zunächst fast alle Arbeitsplätze erhalten blieben. Bis Ende 2018 gebe es für viele der 140 Mitarbeiter eine Jobgarantie, erklären die neuen Eigentümer. Lesen Sie nachfolgend eine Pressemitteilung der Deuerer Gruppe im Wortlaut:

Fulda hat wieder eine Zukunft: Am Mittwoch wurden die Verträge unterzeichnet, auf deren Basis der Brettener Unternehmer Hans-Jürgen Deuerer die KFF mit Wirkung zum 31. Januar 2017 übernimmt. Die aktuell etwa 140 Mitarbeiter der KFF erhalten, bis auf einige wenige Ausnahmen, eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2018. Die Deuerer Gruppe stellt vor allem Heimtiernahrung her. Als sogenannter „Private Label-Produzent“ vertreibt Deuerer seine Produkte größtenteils nicht unter einer eigenen Marke. Sie werden als Eigenmarken vom Lebensmittelhandel, in Drogeriemärkten sowie über führende Markenhersteller und den Großhandel verkauft.

Die KFF als traditionsreicher Hersteller von Wurst- und Fleischwaren war durch den Wegfall eines Großauftrages in eine wirtschaftliche Krise geraten. Die Existenz des Unternehmens war akut bedroht – und mit ihr die rund 140 Arbeitsplätze bei der KFF. „Ich bin sehr froh, dass die KFF als Teil einer starken Unternehmensgruppe jetzt wieder eine unternehmerische Perspektive hat“, betont der frühere Eigentümer Wolfgang Gutberlet, dessen Stiftung die Anteile am Unternehmen gehalten und jetzt an die Deuerer Gruppe verkauft hat. „Wir haben uns sehr bemüht, im Sinne der Mitarbeiter eine langfristig tragfähige Lösung zu finden. Aus eigener Kraft konnte die KFF nach der Entwicklung der vergangenen Jahre leider nicht mehr überleben. Aber die Deuerer Gruppe ist der ideale wirtschaftlich leistungsfähige Partner, um die KFF wieder in eine bessere Zukunft zu führen.“

„KFF und Deuerer passen hervorragend zusammen“

Auch Hans-Jürgen Deuerer sieht in der Übernahme für beide Seiten Vorteile. „Wir werden die KFF von Wurst- und Fleischwaren für den menschlichen Verzehr auf die Produktion von Snack-Artikeln für Hunde und Katzen umstellen“, kündigt er an. In diesem Premium-Segment innerhalb der Pet Food-Branche expandiere Deuerer bereits seit einigen Jahren stetig. „An unserem Brettener Stammsitz sind wir in diesem Bereich inzwischen an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Der Standort Fulda mit seinen technischen und großzügigen räumlichen Voraussetzungen ermöglicht es uns, neue Produktlinien zu produzieren und Innovationen zu entwickeln.“

Bei den Snackartikeln handelt es sich laut Deuerer um die Königsklasse der Tiernahrung, die produktionstechnisch entsprechend anspruchsvoll sei. „Deshalb freuen wir uns sehr, mit den in der Fleischverarbeitung geschulten Mitarbeitern von KFF eine qualifizierte und motivierte Mannschaft übernehmen zu können, die viel Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Nahrungsmitteln mitbringt. Kurz gesagt, passen KFF und Deuerer hervorragend zusammen, und ich bin mir sicher, dass der Standort Fulda als Teil der Deuerer Gruppe hervorragende Zukunftsaussichten hat“, sagt Hans-Jürgen Deuerer.