„Leuchtturmprojekt für ganz Hessen“: Skirollerbahn in Gersfeld offiziell eröffnet

13. Oktober 2019
Gersfeld

Die Skirollerbahn in Gersfeld ist gestern offiziell eröffnet worden. In allen Reden wurde von einem „Leuchtturmprojekt“ gesprochen, das etwas Besonders für die Region, aber auch für Hessen darstellt.

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Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Schon vor dem Durchschneiden des roten Bandes probierten die Aktiven der nordischen Skiabteilung der SKG Gersfeld den nagelneuen Parcours mit ihren Skien auf kleinen Rädern aus. In atemberaubenden Tempo und ganz sicher fuhren sie auf der Teerpiste. Mit der fast 650.000 Euro teuren Bahn – die nächsten sind erst in Willingen und Oberhof – sollen Leistungs-, Breiten- und Schulsportler, aber auch Touristen angesprochen werden. Fünf Jahre hat es von den ersten Ideen bis zur Umsetzung gedauert.

„Zukunftsweisende Sportanlage“

SKG-Vorsitzender Horst Gutermuth sagte: „Es ist für uns und für Gersfeld eine zukunftsweisende Sportanlage“. Damit werden nordische Sportler in der Rhönstadt, aber auch in der gesamten Region angesprochen. „Davon haben wir lange geträumt.“ Er dankte dem Vorsitzenden der nordischen Abteilung SKG, Christoph Limpert, für sein großes Engagement.

Emsige Wichtel und Feen

Der erzählte in Form eines Märchens über Wichtel und Feen von der gelungenen Umsetzung des Planes. Emsige Wichtel des Vereins und der Stadtverwaltung hätten viel unternommen, damit der Parcours gebaut wird. Vermutlich seien sie vielen so auf die Nerven gegangen, dass sie die guten Feen in Ministerien, beim Landkreis und auch bei den Sponsoren aus der gesamten Region überzeugen konnten, die Bahn zu bauen. Ein Märchen also, das gut ausgegangen ist.

„Leuchtturmprojekt“

Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt (CDU) sprach von einem „Leuchtturmprojekt für ganz Hessen“. Er wies darauf hin, dass es in Hessen neben Gersfeld nur in Willingen eine Skirollerbahn gebe. Weil mit dem Projekt der Sport allgemein und der Schulsport im Besonderen gefördert werde, habe der Landkreis 200.000 Euro Förderung bewilligt. Schmitt wies in diesem Zusammenhang auf das Leistungszentrum und die Arbeitsgemeinschaften Skilanglauf an der Rhönschule hin. Zwei eigens dafür ausgebildete Sportlehrer instruierten interessierte Skilanglaufschüler.

Vier Monate Bauzeit

Mit der neuen Bahn werde das Gersfelder Sportzentrum mit Freibad, Tennis- und Sportplatz abgerundet, erklärte der Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). Viele Sitzungen habe es gegeben, bis das Projekt nach vier Jahren endlich umgesetzt werden konnte. Letztendlich habe alles funktioniert, „und wir haben nicht gedacht, dass wir die Bahn so schnell bauen können“. Damit meinte er die relativ kurze Bauzeit von nur vier Monaten. „Zusammen mit unserem DSV Nordic-Activ-Zentrum im Roten Moor müssen wir uns nicht verstecken.“ Er wies auch auf den touristischen Effekt hin. Es werde bestimmmt Sportler geben, die aufgrund des neuen Angebots nach Gersfeld kommen, ist er sicher.

„Keine schönere Bahn“

Der Präsident des hessischen Ski-Verbandes, Dr. Werner Weigelt, wusste noch genau, wann es losgegangen war: Am 30. Oktober 2015 war der offizielle Start. An dem Tag bekam er eine Mail, dass er sich bemühen sollte, das Projekt umzusetzen. Er brachte die Skirollerbahn in den Strukturplan Sportstätten des Innenministeriums. Einige Zeit später kam die Bestätigung, dass gebaut werden kann. Das Land bewilligte 365.000 Euro. „Jetzt müssen die Skitalente aus der Rhön Ergebnisse liefern“, sagte Weigel. Und der Präsident hatte noch ein Lob parat: „Eine schönere Bahn habe ich noch nicht gesehen.“