LNG reagiert auf Beschwerden: Nahverkehrsplan ist korrigiert worden

15. Januar 2020
Kreis Fulda

Zum 15. Dezember vergangenen Jahres hat die Lokale Nahverkehrsgesellschaft Fulda (LNG) den Nahverkehrsplan geändert. Das brachte viele Änderungen mit sich, die vor allem Schüler vor Probleme stellte. Die Beschwerden hat die LNG geprüft und Fahrten bei einzelnen Linien korrigiert.

Von Jacqueline Kleinhans und Michel Ickler

Nach dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember hatte die LNG zahlreiche Beschwerden erhalten. „Die haben wir in der Woche vor den Ferien aufgenommen und bis Montag dieser Woche darauf reagiert“, sagt Daniel Vollmann, Geschäftsführer der LNG. So werden beispielsweise im Hünfelder Schulviertel – mit Wigbertschule, Jahnschule, Konrad-Zuse-Schule und Paul-Gerhardt-Schule – zum Schulende um 13 Uhr wieder mehr Busse eingesetzt, als zum Fahrplanwechsel eingeplant worden waren. „Die Anzahl der Schulbusse haben wir anhand der Schülerzahlen von 2016 bemessen. Mittlerweile besuchen aber mehr Kinder und Jugendliche die Hünfelder Schulen, sodass auch mehr Busse benötigt werden“, erklärt Vollmann.

Dass sich die LNG bemüht und kooperativ gezeigt hat, „um den verursachten Schaden zu beheben“, begrüßt Markus Bente, Schulleiter der Wigbertschule in Hünfeld. Dennoch knirsche es immer noch im Gebälk. „Die betriebene Politik von der LNG ist mehr als bescheiden“, findet der Schulleiter klare Worte. Dass Vertreter des Gymnasiums, die über gute Kenntnisse verfügen, nicht komplett in die Planungen einbezogen wurden, sorgt für Unverständnis an der Schule.

„Warum musste erst Chaos verursacht werden, wenn es einen einfacheren Weg gegeben hätte“, fragt sich Bente. Die jetzigen Änderungen seien weitestgehend befriedigend – „auch dank der Bürgermeister Stefan Schwenk (Hünfeld), Marion Frohnapfel (Nüsttal) und Jürgen Hahn (Rasdorf), die Druck auf die LNG gemacht haben“, wie Bente sagt.

Kritischer Blick auf Situation

Auch die Winfriedschule in Fulda hatte sich laut Daniel Vollmann an die LNG gewandt. Nach der Änderung im Dezember fuhren die Schulbusse nur noch bis zum Waidesgrund. Von dort mussten die Schüler zum ZOB laufen. „Damit die Schüler ihre Anschlussbusse erreichen, fahren die Busse nun wieder von der Schule bis zum Busbahnhof“, so Vollmann.

Ruhiger verlief es hingegen an der Freiherr-vom-Stein-Schule. Wie André Müller, stellvertretender Schulleiter, erklärte, wurden Beschwerden nach Absprache mit dem Elternbeirat und der LNG direkt von den Betroffenen an die LNG gesendet. „Momentan liegen kaum Beschwerden vor. Aber wir schauen weiterhin mit einem kritischen Auge auf die Situation.“

Verbesserungsvorschläge der Busfahrer

Nicht nur auf Kritik von Kunden ist die LNG eingegangen. Verbesserungsvorschläge gab es auch seitens der Busfahrer. Die Linie 60, die von Brandlos zum Fuldaer ZOB fährt, wird morgens nicht mehr an der Flemingstraße und Black-Horse-Straße halten. Grund dafür ist die vielbefahrene Haimbacher Straße. „Der Bus muss nach links abbiegen. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, sodass Schüler ihren Anbindungen verpasst haben“, erklärt der LNG-Geschäftsführer.

Alle Beschwerden haben sich die Mitarbeiter der LNG genau angesehen. Auf manchen Strecken sind neue Fahrten hinzu gekommen wie etwa der Linie 36. Von der Wernaustraße in Pilgerzell fährt neben dem Schulbus ein zusätzlicher Bus nach Fulda. Bei anderen Linien wie der 44 von Poppenhausen nach Dalherda reicht die Verbindung in den Ferien aus. „In diesen Fällen fahren die Schulbusse zu anderen Zeiten, sodass die regulären Fahrten nicht ausgelastet wären“, begründet Daniel Vollmann.

Kaum Rückmeldungen bisher

Auch die RhönEnergie, die für die Stadtbusse zuständig sind, haben einige Beschwerden erreicht, die sich aber laut Pressestelle des Unternehmens im üblichen Rahmen bewegen. Da die RhönEnergie-Verkehrsbetriebe für Linienführung und Taktung nicht zuständig ist, kann die Pressestelle zu möglichen Änderungen im Nahverkehrsplan für das Stadtgebiet keine Angaben machen. Darum kümmert sich die Stadt Fulda als Aufgabenträgerin, die die Informationen gestern nicht mehr zusammen tragen konnte.

Ob es mit den erneuten Änderungen nun rund läuft, kann Daniel Vollmann noch nicht sagen. „Bisher haben wir kaum Rückmeldung bekommen.“ Auf Kritik, die die LNG nach den Ferien erreicht, will sie bis Anfang Februar reagieren.

Die Kritik an den neuen Busfahrplänen in Fulda reißt nicht ab

In der Stadt dringt die SPD-Fraktion auf eine rasche Überprüfung der veränderten Linienführungen. Es gebe „vermehrte Beschwerden über wegfallende Haltestellen und unverständliche Streckenverläufe", erklärt der Pressesprecher der Fraktion, Hans-Joachim Tritschler. Die RhönEnergie als Verkehrsträger müsse - so fordert die SPD - den neuen Nahverkehrsplan rasch überprüfen, um zeitnah mögliche Änderungen vorzunehmen.

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