Marbacher sind wütend über neuen Mobilfunkmast

Schwiddessen: Keine Möglichkeit zu stoppen

27. Dezember 2013
Marbach

Der Ortsbeirat von Marbach ist sauer. Der Gemeindevorstand hat grünes Licht für den Bau eines Mobilfunkmastes in der Nähe des Sportplatzes gegeben, obwohl der Ortsbeirat den Bau kategorisch ablehnt. Im Juni hatten sich die Marbacher noch erfolgreich gegen den Bau eines Mastes auf dem Sportplatzgelände gewehrt.

"Wir in Marbach haben wenig Verständnis für die Haltung des Gemeindevorstands", sagt Ortsvorsteher Edgar Schäfer. Im Juni habe der Vorstand die Frage, ob auf dem Sportplatz ein Mobilfunkmast gebaut werden darf, der Gemeindevertretung vorgelegt. Jetzt gebe es einen Genehmigungsantrag für einen Standort wenige 100 Meter entfernt. "Diesmal wurden die Vertreter nicht gefragt", kritisiert Schäfer, der auch CDU-Gemeindevertreter in Petersberg ist.

Er betont, dass der neue Standort am oberen Rand des Sportplatzes das Orts- und Landschaftsbild extrem beeinträchtige. Damit sei eine Genehmigung nach der Mobilfunkleitlinie der Gemeinde gar nicht möglich. In Marbach sei dies dann schon der vierte Mobilfunkmast, sagt Schäfer.

"Geplant ist ein fast 40 Meter hoher Gittermast am höchsten Punkt des Ortsteils in exponierter Lage. Der Abstand zur Bebauung am Mühlbergweg betrüge nur rund 100 Meter, der nächste Mobilfunkmast oberhalb der Straße Am Berg und Roßkuppenstraße wäre nur rund 200 Meter entfernt. Hierdurch ist mit einer erhöhten Strahlenbelastung bei zwei so dicht beieinander stehenden Funkmasten zu rechnen", warnt der Ortsvorsteher. Auch eine eventuell spätere Bebauung des Geländes unterhalb des Sportplatzes würde hierdurch beeinträchtigt. Der Sportverein protestierte ebenfalls gegen die Pläne für Mobilfunkmasten.

Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen (CDU) hält die Kritik für nicht berechtigt. Der Vergleich mit dem Fall von Juni sei nicht möglich. "Damals ging es darum, ob die Gemeinde einen Pachtvertrag mit einem Mobilfunkbetreiber abschließen will. Denn das Sportplatzgelände gehört der Gemeinde. Als sich damals eine Ablehnung des Pachtvertrags abzeichnete, habe ich gewarnt, dass sich die Telekom einen anderen Standort in der Nähe suchen wird", erklärt der Petersberger Rathauschef.

Der Gemeindevorstand habe dem Bauantrag sein Einvernehmen erteilt, weil es keine rechtliche Möglichkeit gegeben habe, das Einvernehmen zu verweigern. Er sehe – anders als der Ortsbeirat – keinen Eingriff in das Landschaftsbild, zumal es in der Nähe bereits Mobilfunkmasten gebe. Deshalb sehe er auch keinen Verstoß gegen die Mobilfunkrichtline der Gemeinde. Es hätte zwar theoretisch die Möglichkeit gegeben, sagt Schwiddessen, dass die Gemeinde ihr Einvernehmen verweigert und der Landkreis dies dann ersetzt. Dies sei aber keine Politik, die Verantwortung übernehme, sagt Schwiddessen.