Mathias R. Schmidt präsentiert Buch über die Geschichte von Tegut

25. Juni 2019
Fulda

Eine Unternehmens-, Handels- und Stadtgeschichte, eine Geschichte über Vertriebsformen und technische Transformationen: Am Sonntagabend hat Dr. Mathias R. Schmidt sein Buch „Wertverleihend handeln. Theo und Wolfgang Gutberlet und die Geschichte von Tegut“ im Morgensternhaus präsentiert.

Von Simone Schinnerer

Mut zu neuen Wegen und Durchsetzungswille gegen Widerstände seien für einen Erfolg wie den von Tegut unabdingbar. Die Entwicklung EDV-gestützter Warenwirtschaft, die erste Scannerkasse sowie die Etablierung von Bio-Produkten nannte Schmidt als Beispiele. Die Geschichte seit der Gründung eines Tante-Emma-Ladens 1947 durch Theo Gutberlet bis zur Milliarde Jahresumsatz hat der Autor in Gesprächen mit Wolfgang Gutberlet, anderen Beteiligten und Recherchen im Tegut-Archiv ergründet und verflochten mit Biografischem niedergeschrieben. Eingeflossen sind auch Beiträge von Persönlichkeiten, die lange Zeit Kontakt zum Unternehmen hatten.

Mathias R. Schmidt präsentiert Buch über die Geschichte von Tegut

Roland Koch zu Gast

Zwei davon brachten bei der Veranstaltung ihre Wertschätzung für Unternehmen und Unternehmerfamilie zum Ausdruck: Ex-Ministerpräsident Roland Koch und ehemaliger IHK-Präsident Helmut Sorg. Koch erklärte, Wolfgang Gutberlet habe stets für seine Ideen gekämpft – oftmals erfolgreich. Die Familie hätte eine glaubhafte Marke geschaffen, die Region habe durch die vielen Innovationen von Theo und Wolfgang Gutberlet profitiert. Am Ende zähle nicht nur der Überschuss, sondern bei Tegut herrsche immer ein unternehmerischer Anspruch.

Die Pionierarbeit Wolfgang Gutberlets im Bereich der dualen Ausbildung und Nachwuchsförderung beleuchtete Helmut Sorg. Nicht nur bei Tegut, sondern in der gesamten Region hätten sie sich in ihrer gemeinsamen Gremienarbeit unter anderem für Auszubildende sowie Menschen mit Beeinträchtigung eingesetzt. Auch diese „gelebte Solidarität“ habe Wolfgang Gutberlet zu einem Motor für die Region gemacht, dem viel zu verdanken sei.

Der Weg der Gutberlets

„Es geht ums Buch, nicht um mich“, betonte Wolfgang Gutberlet. Neben der Unternehmensgeschichte mit ihren vielen Perspektiven ging er auf eine ein, die sich im Buch nicht finde, aber wichtig sei: Er und sein Vater wollten die guten Gedanken aus der religiösen Bildung in den Werktag tragen, die Menschen im täglichen Leben zur Geistlichkeit führen. Davon sei auch der Buchtitel inspiriert. „Eine wunderbare Reise durch das, was ich gemacht habe“, resümierte er das Buch mit 244 Seiten und mehr als 160 Fotos und Illustrationen. Je ein Exemplar überreichte er anschließend seinem Sohn Thomas Gutberlet, der seit 2009 die Geschäfte führt, sowie Fuldas OB Heiko Wingenfeld (CDU). Der Stadt schenkte er zusätzlich ein Porträt seines Vaters Theo Gutberlet. Wingenfeld versprach, einen würdigen Platz für das „große Geschenk“ zu finden.

Die vielen Worte des Dankes in alle Richtungen umrahmte Domorganist Hans-Jürgen Kaiser mit raffinierten Beatles-Klassikern. Die Gäste konnten nach dem offiziellen Teil in dem in W-E-G und Parzellers Buchverlag erschienenen Werk blättern.