Mehr als 600 Menschen demonstrieren gegen Windkraft

28. Februar 2015
    Cargando reproductor ...
Fulda

Mit Transparenten, Sprechchören und Liedern haben am Samstag 600 Menschen in Fulda gegen den Ausbau der Windenergie in Osthessen demonstriert. Die gesamte Energiewende müsse überprüft werden, forderten sie.

Die Demonstranten kamen aus der gesamten Region, wie die Transparente zeigten: von Eiterfeld bis Bad Orb, von Kalbach bis Grebenhain. Der Ausbau der Windenergie zerstöre große Waldflächen, kritisierte Jörg Clar, einer der Sprecher des Regionalverbands Osthessen des Vereins Vernunftkraft, in dem mittlerweile 29 örtliche Bürgerinitiativen zusammengeschlossen sind. Die Kundgebung begann am Bahnhof und endete in der Rabanusstraße.

Mario Klotzsche, FDP-Kreisfraktionschef, sagte in der Schlusskundgebung, dass im Landkreis Fulda 3000 Hektar als Vorrangfläche für Windenergie geplant seien. 90 Prozent davon befänden sich im Wald. Damit bedeute mehr Windkraft in Osthessen eine industrielle Nutzung des Waldes. Dem Unternehmen Abo-Wind, das zwischen Traisbach und Dammersbach drei Windräder bauen will und dessen Rodung vor wenigen Tagen von Gerichten gestoppt wurde (mehr dazu HIER), warf er vor, es führe einen „Bürgerdialog mit der Kettensäge".

Dr. Detlef Ahlborn, Ingenieur und stellvertretender Landesvorsitzender von Vernunftkraft, rechnete vor, dass sich kein Kernkraftwerk durch noch so viele Windräder ersetzen lasse. Windstrom spare auch kein Kohlendioxid ein.

Rene Rock, energiepolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, erklärte, schon ein einfaches Landesgesetz reiche, um die Bürger zu entlasten. Das Land solle die „10-H-Regel" beschließen. Demnach muss der Abstand zwischen Windrädern und den Ortsrändern zehnmal so groß wie die Höhe eines Windrads. Das würde heute in der Regel zu einem Abstand von 2000 Metern führen. Heute sind 1000 Meter in Hessen vorgeschrieben.

Bernhard Klug, Landesvorsitzender des Bürgerinitiativen-Dachverbands Vernunftkraft, sagte nach der Veranstaltung, die Kundgebung ermutige viele Bürger in anderen Teilen Hessens. Mit 600 Teilnehmern habe in Fulda jetzt die – nach der Kundgebung im September 2014 in Freiensteinau mit 1000 Teilnehmern – bislang zweitgrößte Anti-Windkraft-Demo in Hessen stattgefunden. / vn