Millionenprojekt auf der Wasserkuppe: Feriendorf wird gebaut

11. Juli 2018
Wasserkuppe

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten geht es nun los: Auf Hessens höchstem Berg entsteht für 4,5 Millionen Euro ein Hüttendorf mit 15 Ferienhäusern aus Holz.

Acht Jahre alt ist die Idee von einem Hüttendorf bereits. 2010 haben die Geschäftsführer von der Gleitschirmfliegerschule Papillon auf der Wasserkuppe, Andreas Schubert und Boris Kiauka, erstmals davon gesprochen. Vor einem Jahr wurde das Projekt konkret. Ursprünglich sollte das Feriendorf schon im Frühjahr 2017 gebaut werden. Doch die Planer entdeckten Basalt im Erdboden. Diesen aufzubohren, hätte die Kosten in die Höhe getrieben, erklärte Andreas Schubert damals.

„Wir haben aber Gott sei Dank einen Weg gefunden, auf den Basalt zu bauen“, erläutert er gegenüber unserer Zeitung. „Dadurch liegen die Häuser etwas höher.“ Auch drei Bombenkrater, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hat, hätten die Arbeiten erschwert. „Weil die Erde dort dadurch sehr locker war, mussten die Fundamente größer dimensioniert sein, damit sie Halt haben“, sagt der Investor.

Im Mai dieses Jahres war mit dem Bau begonnen worden. Und im Mai 2019 soll das Feriendorf komplett fertig sein. Am 11. September ist bereits ein großes Richtfest geplant. „Und ab Weihnachten sollen schon mal sechs Häuser für Touristen bezugsfertig sein“, erklärt Schubert den Plan.

In den 15 Holzhäusern wird Platz für 100 Übernachtungsgäste sein. „Wir brauchten mehr Übernachtungsmöglichkeiten auf Hessens höchstem Berg“, erklärten Schubert und Kiauka ihre Gründe beim Projektstart vergangenes Jahr. Sie leiten bereits die Hotels Deutscher Flieger und Peterchens Mondfahrt auf der Wasserkuppe mit insgesamt 25 Hotelzimmern. „Die aktuellen Kapazitäten reichen nicht aus“, begründeten sie ihr Vorhaben.

Es gab vor Jahren die Idee, die Hotels Peterchens Mondfahrt und Deutscher Flieger mit einem Zwischenbau zu verbinden und so mehr Zimmer zu schaffen. Dies hatten Kiauka und Schubert wieder verworfen. „Hotels baut man in Städten, wo wenig Platz ist. Hier auf der Wasserkuppe sollten wir die Fläche ausnutzen“, sagte Schubert.

„Wir wollen das Unterkunftsangebot im Biosphärenreservat Rhön ganz im Sinne des sanften, naturnahen und nachhaltigen Tourismus verbessern“, fasst er zusammen. Deshalb ist es ihnen wichtig, dass sich das Hüttendorf gut in die Landschaft einfügt und besonders umweltverträglich ist.

Im vergangenen Jahr wurde ein Blockheizkraftwerk errichtet, das das komplette Dorf mit Fernwärme versorgen wird. Für den Elektrizitätsbedarf wurde eine 15 mal 30 Meter große Photovoltaikanlage auf dem Dach der Flugschule installiert. Die Häuser werden aus Holz und mit Naturfaserplatten gedämmt. „Das Holz kommt aus heimischen Sägewerken. Für alle Arbeiten haben wir regionale Firmen ausgewählt“, so Schubert.

Insgesamt werden sechs Außenwhirlpools, 14 Saunen und 23 Küchen verbaut. Und weil das Feriendorf mitten im Sternenpark Rhön liegt, werden zwei Einheiten als Sternenparkhäuser gebaut, deren Dach komplett zu öffnen sein wird.

„Auch sonst werden die Gäste durch die riesigen Panoramafenster von sechs mal sechs Meter tolle Fernsichten bis in den Thüringer Wald haben“, betont er. Es soll auch ein Haus speziell für Familien- und Wandergruppen geben mit Platz für bis zu zwölf Personen.

„Mit einer Höhenlage von 900 Metern über dem Meeresspiegel wird das Feriendorf Wasserkuppe Hessens höchstgelegene Anlage dieser Art“, freut sich Schubert. / jev

Wasserkuppen-Feriendorf: Betreiber stellen sich Kritik aus dem Netz

Das Feriendorf, das Boris Kiauka und Andreas Schubert von der Gleitschirmfliegerschule Papillon auf der Wasserkuppe bauen wollen, ist Gesprächsthema in der Region. Viele befürworten das Vorhaben, es gibt aber auch Kritik.