Mit der Polizei zum Elternabend: Unterhaltsames Regionalfinale von "Jugend debattiert"

27. Februar 2014
Hünfeld

Dort, wo normalerweise die Hünfelder Stadtverordneten diskutieren, ging es auch gestern um spannende Themen und gute Argumente. Im Sitzungssaal des Rathauses fand das Finale von "Jugend debattiert" für den Regionalverbund Hünfeld-Neuhof statt. Den Wettbewerb konnten zwei Wigbertschüler für sich entscheiden.

Vor den bunten Glasfenstern im Hünfelder Rathaus sind vier Stehtische platziert – versehen mit Namensschildern und Notizblöcken. Im Sitzungszimmer ist es unruhig. Die Stühle sind alle besetzt. Schließlich wollen die Klassenkameraden der Debattanten ihre Mitschüler beim Regionalentscheid unterstützen. Auch Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel (CDU) lässt es sich nicht nehmen, einige Worte an die Schüler zu richten. Dann kann es losgehen.

"Sollen Eltern zur Teilnahme an Elternabenden in der Schule verpflichtet werden?" Um diese Frage dreht sich die Debatte der Finalisten aus der Sekundarstufe I. Es ist eine schwierige Frage, bei der es die Gegner der Thematik mit ihren Argumenten offensichtlich ein wenig leichter haben. "Wenn es eine Pflicht gibt, dann müssen die Eltern, die nicht zu den Abenden erscheinen, auch bestraft werden", erläutert Johannes Strott (15), der die Kontra-Seite vertritt. Maximilian Nippgen (14) kontert mit Humor: "Dann werden sie eben von der Polizei zum Elternabend begleitet." Die Mitschüler und auch die Jury können sich das Lachen nicht verkneifen. Doch nach den Schlussreden der Finalisten hat sich der ein oder andere Favorit herauskristallisiert.

Bei der Debatte der Teilnehmer der Sekundarstufe II ist das schwieriger. Nils Engelhardt (17), Christian Hackl (17), Dominik Frank (17) und Rico Kurzrock (16) beeindrucken vor allem mit ihrem technischen Fachwissen zum Thema "Soll in Deutschland eine PKW-Maut eingeführt werden?". "Immer wenn mich ein Argument überzeugt hat, hat ein anderer Debattant wieder einen neuen guten Aspekt mit eingebracht", sagt Lisa Michaelis (16), die die Debatte vom Publikum aus verfolgt.

Als sich die Jury zur Beratung zurückzieht, atmen die Finalisten durch. "Für verpflichtenden Elternabende gab es wenige Argumente", darin sind sich Maximilian und Johannes nach der Debatte einig. Lisa Noodt ist ebenfalls nicht ganz zufrieden: "Ich hätte lieber die Kontra-Seite vertreten", sagt die Wigbertschülerin. Doch sie hat sich gut geschlagen, lautet die Bewertung der Jury: Die 13-Jährige ist mit dem ersten Platz belohnt worden. Dieser ging auch im Wettbewerb der Sekundarstufe II an einen Wigbertschüler: Rico Kurzrock. Beide dürfen nun im Nordhessenfinale antreten.