Mitten auf der Strecke ausgestiegen: Flüchtlinge verlassen Zug in Fulda

12. November 2015
Fulda

Mehrere Flüchtlinge sind am Dienstagmorgen während eines betrieblichen Halts in der Nähe der Kaiserwiesen aus einem IC-Zug gestiegen und Richtung Innenstadt gelaufen. Das bestätigt die Bundespolizei in Kassel auf Nachfrage unserer Zeitung.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Pressesprecher Klaus Arend erklärt, dass am Dienstag ein Sonderzug mit Asylbewerbern aus Passau in Richtung Norden unterwegs gewesen sei. In Höhe der Fuldaer Kaiserwiesen musste der Zug gegen 5.30 Uhr mehrere Minuten anhalten, um anderen Schienenverkehr durchzulassen.

„Dabei wurde die Not-Entriegelung gelöst und 40 bis 50 Flüchtlinge sind ausgestiegen“, sagt Arend. Sie seien Richtung Innenstadt gelaufen. „Wir haben nach ihnen gesucht, aber konnten sie nicht auffinden“, sagt Arend und betont: „Die Menschen sind ja keine Gefangenen. Sie können prinzipiell hingehen, wo sie wollen. Aber einfach in der Dunkelheit über die Gleise zu laufen, das war gefährlich.“ Zudem hätten sich durch die Aktion hätten sich 46 weitere Züge verspätet.

„Das zu verhindern, ist leider nicht möglich. Wir können nicht alle Züge überwachen“, fügt Arend an. Beim nächsten Halt in Kassel sei dann darauf geachtet worden, dass niemand aussteigt. Der Pressesprecher erinnert sich an einen ähnlichen Fall bei Frankfurt, wo Asylbewerber ebenfalls einen Zug verlassen haben. „Wer ohne regulären Halt aus einem Zug aussteigt, begibt sich in große Gefahr“, warnt Arend. Dass weder in Fulda noch in Frankfurt etwas geschehen sei, grenze an ein Wunder.