Beate Hofmann ist neue Bischöfin – Bischof Gerber gratuliert

09. Mai 2019
Hofgeismar

Die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck hat am Donnerstagnachmittag in Hofgeismar eine neue Bischöfin gewählt. Im zweiten Durchgang bekam Beate Hofmann die Zweidrittel-Mehrheit. Der katholische Bischof Dr. Martin Gerber gratuliert.

Die neue Bischöfin für die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW), zu der unter anderem der Kirchenkreis Fulda gehört, heißt: Prof. Dr. Beate Hofmann. Sie wurde von der EKKW-Synode gewählt und erhielt 78 Stimmen im zweiten Wahlgang. Das teilt die EKKW auf ihrer Internetseite mit.

Damit wird sie Nachfolgerin von Professor Martin Hein.

Bischof Gerber gratuliert

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber, selbst erst seit März im Amt, gratulierte der neugewählten Amtskollegin:

„Durch Ihre bisherige Tätigkeit bringen Sie reichhaltige Erfahrungen für diese Aufgabe mit, die zweifelsohne so manche Herausforderung mit sich bringt. Wir befinden uns damit ja beide im bischöflichen Amt in einer Anfangssituation. Möge das ein gutes Zeichen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sein“, schreibt Gerber auf der Internetseite des Bistums.

Er fügt hinzu: „Unsere beiden Kirchen, die ein annähernd gleiches Territorium umfassen, befinden sich in einem grundlegenden Veränderungsprozess – dabei begegnen uns ähnliche Fragestellungen, die es anzunehmen gilt. Wie gelingt es, in unserer Zeit Räume zu eröffnen, durch die Menschen in die Beziehung zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium finden?“

Gerber betonte, das Bistum und die Landeskirche seien „in geschwisterlicher Verbundenheit“ schon wichtige gemeinsame Schritte in der Vergangenheit gegangen. „Sicher werden wir in einem guten Miteinander weitergehen können und so auch Perspektiven für das Zeugnis der Christinnen und Christen in unserer Zeit gewinnen können.“

Glückwünsche des Ministerpräsidenten: „Historisches Ereignis“

Auch aus Wiesbaden kommen Glückwünsche. Ministerpräsident Volker Bouffier erklärte zusammen mit Kultusminister Alexander Lorz (beide CDU) in einem Schreiben: „Erstmals in der bald einhundertjährigen Geschichte der Landeskirche wird eine Frau als leitende Geistliche der Kirche vorstehen. Die Wahl von Beate Hofmann ist damit ein historisches Ereignis. Sie zeigt, dass die Evangelische Kirche sich stets weiter erneuert.“

Mitbewerberin zog zurück

Im ersten Wahlgang erhielt Hofmann 56 Stimmen – 58 brauchte sie für die nötige Zweidrittel-Mehrheit. Allerdings zog ihre Mitbewerberin Annegret Puttkammer (55) nach dem ersten Wahlgang (sie erhielt 25 Stimmen) die Kandidatur zurück.

Schunck und weitere Mitglieder aus der Region wählten mit

Die Wahl fand auf der Frühjahrstagung der Landessynode in Hofgeismar statt. Die 86 Mitglieder der Synode, eine Art Kirchenparlament, wählten die neue Bischöfin.

Aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung gehören als gewählte Mitglieder folgende Personen der Landessynode an: Stefan Schunck (Fulda), Wolfgang Echtermeyer (Künzell), Thomas Funk (Haunetal), Peter Hallier (Fulda), Wilhelm Laakmann (Steinau a. d. Str.), Christian Link (Gelnhausen), Beate Rilke (Wächtersbach), Dr. Michael Schneider (Schlüchtern), Claudia Schröder (Brachtal) sowie Günter Ungermann (Neuhof).

Erste Bischöfin

Hofmann ist die erste Bischöfin der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. Sie ist derzeit Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement der Kirchlichen Hochschule Bethel/Bielefeld. Puttkammer ist Pröpstin für Nord-Nassau in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Martin Hein in Ruhestand

Beate Hofmann soll erst am 29. September in Kassel in ihr neues Amt eingeführt werden. Gleichzeitig wird dann der langjährige Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Professor Martin Hein, in den Ruhestand verabschiedet. Die Kirche hat mehr als 800.000 Mitglieder.

Liveberichte

Die EKKW berichtete per Live-Newsticker auf ekkw.de und per Twitter unter dem Hashtag #EKKWBischofswahl von der Wahl. Der Hessische Rundfunk (hr) strahlt ab 18.25 Uhr eine Sondersendung aus: das „Hessen extra: Hessens erste Bischöfin“. / dpa, jev

Hintergrund

Zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) gehören 830.000 evangelische Christen in 756 Kirchengemeinden. Nord- und Osthessen gelten als die „Stammlande“ der EKKW, aber auch das thüringische Schmalkalden gehört dazu sowie das Kinzigtal von Schlüchtern bis Hanau. / zi