„Neuhof über Gebühr belastet“ – Gemeinde lehnt jegliche Windkraft bei sich ab

22. Mai 2015
Neuhof

Die Gemeinde Neuhof lehnt rigoros Windkraft-Vorrangflächen auf ihrem Gebiet ab. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen haben – allerdings nur mit knapper Mehrheit. Das sind neue Töne: Bei der ersten Offenlegung der Pläne der Regionalplanung hatten die Neuhofer noch Kompromissbereitschaft signalisiert.

Dass das Thema Windkraft die Geister scheidet, machte Hubert Enders (CDU), der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses deutlich: Zwar herrsche im Gremium die Meinung, dass der Ausbau der regenerativen Energien wichtig und richtig sei, „aber der Weg der Regierung in Bund und Land ist grundsätzlich falsch. Neuhof wird zudem über Gebühr belastet“, sagte er.

Erster Beigeordneter Franz Josef Adam (CDU) legte dar, dass sich die Gemeinde in ihrer Stellungnahme im Mai 2013 zur ersten Offenlegung der Windkraft-Pläne kompromissbereit gezeigt habe: Damals lehnten die Gemeindevertreter die Flächen nicht ab, sondern schlugen eine Verkleinerung vor. „Da weder die berechtigten Anliegen der Gemeinde noch die der betroffenen Bürger gewürdigt wurden, lehnen wir vehement jegliche Vorranggebiete in der Gemeinde Neuhof und in Grenzbereichen der Nachbarkommunen ab“ – lautet nun der Schluss des neuen Schreibens.

Doch dieser Satz sagte nicht allen Gemeindevertretern zu. Detlef Freihube (SPD) bewertete ihn so: „Enttäuschte Kinder reagieren böse!“ In die Stellungnahme gehörten nur Fakten. „Den letzten Satz können wir uns sparen.” Den Vorschlag Jörg Vogels (CDU), den Text noch einmal gründlich zu überarbeiten, ließen die Neuhofer fallen – aus Zeitmangel. Bis 29. Mai muss das Schreiben dem RP in Kassel vorliegen. / ann