Rekord geknackt: Sieben Omas rollen 23.000 Markklößchen für guten Zweck

16. Dezember 2019
Maulkuppe

Sieben Frauen, ein Ziel: Am gestrigen Sonntag haben die Markklößchen-Omas am Weihnachtsmarkt des Fuldaer Hauses die Marke von 20.000 Stück weit überschritten.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Zur Suppe werden Markklößchen kaum noch selbst zubereitet, und handgemachte zu erwerben, ist fast unmöglich: Doch dank der sieben Markklößchen-Omas, wie sie sich selbst bezeichnen, gingen dieses Jahr mehr als 23.000 dieser Klöße in den Verkauf.

Ursprung: Eine Suppe gegen die Kälte

Aber warum all das? Rückblick: Vor fünf Jahren trafen sich Anita Schneider, Roswita Zuspann, Margit Elm und Hanni Rau auf einem Fest, an dem sie sehr gefroren haben. „Da haben wir uns gedacht, dass eine schöne Fleischbrühe mit Markklößchen in diesem Moment genau das Richtige wäre. Doch wer ist heutzutage noch in der Lage, diese Klöße zu fertigen?“, erzählte Margit Elm vom Ursprung der Idee.

Markklößchen-Omas rollen seit November

In den folgenden Jahren wuchs das Team auf sieben Köpfe: Siggi Werner, Gertrud Ruppel und Edeltraut Gerhardt kamen noch dazu. Sie rollten Markklößchen für den guten Zweck. Wohin der Erlös in diesem Jahr geht, ist noch nicht bekannt. Bereits Anfang November hatten sich die Damen für die Rekord-Mission getroffen: 20.000 Markklößchen, die aus Brötchen, Eiern, Knochenmark, Salz, Pfeffer, Muskat, Weckmehl und frischer Petersilie bestehen, mussten gerollt werden.

„Der helle Wahnsinn“

Im Rahmen des Weihnachtmarktes am Fuldaer Haus, der aus 27 Ständen besteht, wurde diese Marke am gestrigen Sonntag weit überschritten. „Das ist der helle Wahnsinn. Wir haben über 23.000 Klöße gerollt – und trotzdem gehen die Besucher teilweise mit leeren Händen nach Hause, weil uns alles weggekauft wurde. Mit einem solchen Andrang hätte ich wegen des schlechten Wetters niemals gerechnet“, berichtete Margit Elm erfreut.

Nachwuchs in der Gastronomie

Einen entscheidenden Anteil am Überschreiten der Marke von 20.000 haben die Töchter und Söhne der Frauen, denen die gastronomischen Betriebe Zuspann, Casa-R-Ella, Nelles Catering und das Fuldaer Haus gehören. „Wenn die Küchen Ruhetag hatten, haben wir dort unsere Klöße gerollt”, sagte Elm.

Orkan stellt Markt auf die Probe

Dass der Markt überhaupt stattfinden konnte, ist den vielen Helfern zu verdanken, denn in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte ein Orkan mit 70 Stundenkilometern getobt und teilweise die Stände zerstört. „Ich war kurz davor, den Markt abzusagen. Vor dem Jugendheim sind zum Beispiel die Pavillons weggeflogen“, erklärte Jutta Rau, Veranstalterin und Pächterin des Fuldaer Hauses.

Begegnung steht im Zentrum

Neben den Markklößchen-Omas bietet der Weihnachtsmarkt, der vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde, eine Vielfalt an Produkten von regionalen Anbietern: Holzkunst, Filzprodukte, Krippen und Wildkräuter aus der Rhön. „Der Markt lebt unter dem Slogan ,Begegnung mit Menschen, die das Leben lebenswert macht‘. Das macht die tolle Stimmung hier aus“, unterstrich Rau.

Markt lebt von der Stimmung

Einer der Stände gehört den Familien Werner und Scheel, die zwei Holzhütten für den Markt eigens angefertigt haben. „Wir waren bereits vor zwei Jahren hier. Die Leute sind sehr nett, und der Markt lebt von seiner Stimmung“, so Heike Werner.

Trotz des eher schlechten Wetters war der Markt besonders am Sonntag gut besucht. Aufgrund der guten Resonanz hat Rau bereits mit den Planungen für das kommende Jahr begonnen.

20.000 Markklößchen für den guten Zweck: Omas wollen neuen Rekord

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey Knochenmark, eingeweichte Brötchen, Eier, Petersilie, Salz, Pfeffer, Muskatnuss - das sind die Zutaten für Markklößchen-Teig. Dann geht's ans Rollen. Die kleinen Klößchen wandern dann in eine Brühe. Fertig ist die Markklößchen-Suppe. Dass Omas dieses Rezept besonders gut beherrschen, das beweisen die „Markklößchen-Omas".

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