Osthessischer Klinikverbund geplatzt: Gespräche zwischen Fulda, Hersfeld und Alsfeld gescheitert

20. Juli 2015
FULDA

Es wird keinen osthessischen Klinikverbund zwischen dem Klinikum Fulda, dem Klinikum Hersfeld und dem Kreiskrankenhaus Alsfeld geben. Nach dem Rückzug der Hersfeld-Rotenburger Seite Ende 2014 sind die Gespräche endgültig gescheitert. Fulda will allein bleiben, Hersfeld sucht weiter eine Lösung innerhalb seines Kreises.

Von unserem Mitarbeiter Volker Nies

„Wir haben eine ganz klare Position als Klinikum Fulda“, sagt OB Gerhard Möller (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Fulda. „Wir konzentrieren unsere Anstrengungen auf uns. Wir setzen auf unsere eigene Stärke. Die Liste an Aufgaben, die vor uns liegen, ist groß genug“, sagt Möller.

Das Gespräche, die OB Möller mit den Landräten Dr. Karl-Ernst Schmidt (Hersfeld-Rotenburg, CDU) und Manfred Görig (Vogelsberg, SPD) seit Anfang 2014 führte, zogen sich über Monate hin. Im Herbst vergangenen Jahres waren die drei Verhandlungspartner einig, dass die Klinken in Fulda und Hersfeld sowie das Kreiskrankenhaus in Alsfeld einen „Klinikverbund Osthessen“ bilden sollten.

HKZ sucht weiter Käufer

Dann entwickelte sich Widerstand im Kreis Hersfeld-Rotenburg, vor allem im Rotenburger Kreisteil. Mehrere Kommunalparlamente verabschiedeten Resolutionen gegen eine kreisübergreifende Klinikfusion. Landrat Schmidt brach die Verhandlungen mit Möller und Görig ab und suchte stattdessen eine kreiseigene Lösung zwischen dem kommunalen Klinikum Hersfeld, dem privaten Herz-Kreislauf-Zentrum (HKZ) in Rotenburg und dem konfessionellen Kreiskrankenhaus Rotenburg, das der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf trägt.

Die Hersfeld-Rotenburger Dreier-Lösung ist jetzt gescheitert. Das HKZ erteilte einer kreisinternen Lösung jetzt eine Absage. Das Klinikum Hersfeld und das Kreiskrankenhaus Rotenburg wollten das HKZ kaufen. Der Haupteigentümer will das HKZ zwar verkaufen – aber er lehnte das Kaufangebot der anderen Krankenhäuser im Kreis Hersfeld-Rotenburg ab. Das HKZ sucht weiter einen Käufer. Vielleicht steigt eine der großen Klinikketten ein.

Landrat Schmidt, dessen Amtszeit in sechs Wochen endet, sagt, er bedauere die Absage des HKZ. „Eine große, vielleicht einmalige Chance wurde vertan“, sagt er und kündigt an, er wolle nun gemeinsam mit dem Kreiskrankenhaus Rotenburg nach einer Lösung suchen. Von einer Wiederaufnahme der Gespräche mit Fulda und Vogelsberg spricht Schmidt nicht.

Welche Vorschläge das hessische Sozialministerium machten und was der Wunsch von Sozialstaatssekretär Dr. Wolfgang Dippel (CDU) ist, lesen am Dienstag in unserer Printausgabe und im E-Paper.