Partei „Dritter Weg“ will am Samstag in Fulda demonstrieren – Stadt bereitet sich vor

11. Februar 2019
Fulda

Die rechtsextreme Kleinpartei „Der Dritte Weg“ hat für Samstag, 16. Februar, eine Demonstration in der Fuldaer Innenstadt angekündigt. Stadt und Polizei bereiten sich auf einen Großeinsatz vor, und schon jetzt steht fest: Wie bereits im Sommer 2017 wollen Hunderte Fuldaer mit einer Gegendemo und Protesten den Rechtsradikalen die Stirn bieten.

Bereits im August 2017 hatte es eine Demonstration der rechtsextremen Partei „Der Dritte Weg“ gegeben. Mehr als 1000 Menschen waren in der Innenstadt unterwegs – allerdings in großer Überzahl Menschen, die den rund 100 Rechtsradikalen mit einer eigenen Demonstration und zahlreichen Kundgebungen damals klar signalisierten: Für euch ist in Fulda kein Platz. Wir sind mehr.

Zahlreiche Gegendemonstranten: „Der III. Weg" zieht durch die Innenstadt (mit Video)

Neben der Demonstration der Partei „Der Dritte Weg" hat es am Samstagnachmittag Gegenkundgebungen des Bündnisses „Fulda stellt sich quer" und des Aktionsbündnisses „Für ein demokratisches und weltoffenes Fulda" gegeben.

Ordnungsamt und Polizei – insgesamt waren 1000 Beamte im Einsatz – waren damals gründlich vorbereitet. Es blieb friedlich. Für das kommende Wochenende laufen nun die Vorbereitungen. Magistratspressesprecher Johannes Heller erklärt dazu auf Anfrage unserer Zeitung:

„Die Stadt Fulda ist in enger Kooperation mit dem Polizeipräsidium Osthessen aktuell damit beschäftigt, die verschiedenen Versammlungen auf ihre Durchführbarkeit bzw. eventuell einzuhaltender Auflagen hin zu überprüfen und Kooperationsgespräche mit den verschiedenen Anmeldern zu führen. An dem betreffenden Tag wird in der Stadt voraussichtlich verschiedene kurz- und mittelfristige Sperrungen geben.“

Im Jahr 2017 war zum Beispiel zwischen Buttermarkt und Peterstor eine Sperrung errichtet worden, die verhinderte, dass Demonstranten und Gegendemonstranten direkt aufeinandertrafen. „Sobald die einzelnen Kundgebungsrouten feststehen, wird die Stadt Fulda diese Sperrungen bekanntgeben“, sagt Heller.

Insgesamt seien mehrere Versammlungen von verschiedenen Leuten angemeldet worden, „die von den jeweiligen Anmeldern angegebene Teilnehmerzahl reicht von 60 bis zu mehreren Hundert für die unterschiedlichen Versammlungen“. Das Verwaltungsgericht Kassel hat nun einem Eilantrag der Partei „Dritter Weg“ teilweise stattgegeben, meldet das Verwaltungsgericht in einer Pressemitteilung. Einige der 49 Auflagen, die die Stadt Fulda angeordnet hatte, entfallen demnach. Ein Teil der Auflagen bleibt aber bestehen.

2000 Menschen wollen dagegenhalten

Vor allem das Bündnis „Fulda stellt sich quer“ will dafür sorgen, dass am 16. Februar in Fulda bunte statt braune Stimmung herrscht. „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger zum friedlichen Widerstand gegen die neofaschistische Partei ,Der III. Weg‘ auf“, schreibt der Vorsitzende Andreas Goerke in einer Pressemitteilung.

Das Bündnis hat für den 16. Februar einiges vorbereitet: Nach dem geplanten Ablauf soll um 15.30 Uhr eine Auftaktkundgebung stattfinden, bevor um 16 Uhr die große Gegendemonstration durch Fulda geplant ist. Für 18.30 Uhr ist eine zentrale große Abschlusskundgebung vorgesehen. Danach soll es im Kulturkeller ein kostenloses „After Demo Konzert“ mit Cynthia Nickschas und Band geben.

„Dass Fulda nicht alleine steht, zeigt die Solidarität von anderen Organisationen. Es haben sich Gruppen, Gewerkschaften und Vereine aus dem ganzen Bundesgebiet und Hessen angemeldet.“ Rund 2000 Menschen werden erwartet, heißt es weiter. „Mit unserem lauten, bunten und vielfältigen Aktionen werden wir zeigen, dass sich viele Menschen in Fulda Antisemitismus, Rassismus und rechter Hetze entgegenstellen.“

Zuletzt hatten am 31. Dezember 2018 etwa 20 Anhänger der neonazistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg (III. Weg) die Polizei in Fulda mit Eilversammlungen beschäftigt. Die Partei startete gleich mehrere Spontanversammlungen. Die Polizei untersagte letztlich einen Zug durch die gesamte Innenstadt und löste die Versammlung auf. / alb, sar

20 Anhänger der rechten Partei „Der Dritte Weg" beschäftigen am Sonntagabend die Fuldaer Polizei

Etwa 20 Anhänger der neonazistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg (III. Weg) haben am Sonntagabend die Polizei in Fulda mit spontan angemeldeten Eilversammlungen beschäftigt. Gegen 22.30 Uhr war dann der Spuk in der Barockstadt zu Ende

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