Pipeline für Salzlauge ab heute in Betrieb

04. Oktober 2013
Neuhof

Kali + Salz nimmt heute die 63 Kilometer lange Salzlaugen-Pipeline von Neuhof nach Philippsthal an der Werra in Betrieb. Die 50 Millionen Euro teure Leitung, die parallel zur A66 und A7 durch den Landkreis Fulda verläuft, war nach 14 Monaten Bauzeit vor wenigen Wochen fertig gestellt worden.

Mit der Inbetriebnahme der Leitung enden nach sechs Jahren die Lkw-Transporte mit salzhaltigem Abwasser des Werkes Neuhof-Ellers an die Werra. Im Schnitt 70 Lastwagen pro Tag hatten die Geduld der Anwohner auf die Probe gestellt - und hatten K+S nach eigenen Angaben 800.000 Euro im Monat gekostet.

Der Bau der langen Rohrleitung hatte im Juli 2012 begonnen. Nach Sicherheits- und Funktionsprüfungen durch externe Sachverständige wurde die Leitung anschließend im Probebetrieb mit Süßwasser auf den nun beginnenden Dauerbetrieb vorbereitet.

Durch die Leitung will K+S jährlich im Schnitt 700.000 Kubikmeter Salzabwasser leiten. Die Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel umfasst sogar 1,1 Millionen Kubikmeter im Jahr. Der Druck in der Leitung liegt bei bis zu 40 bar.

Das Wasser mit einem Salzgehalt von etwa 30 Prozent entsteht durch den Niederschlag auf den "Monte Kali":_Der Regen produziert ständig neue Salzlauge, die K+S in einem großen See auffängt und kontinuierlich beseitigen muss. Nach der Prüfung vieler Alternativen hatte K+S den Bau und Betrieb einer Salzabwasserleitung von Neuhof nach Philippsthal beantragt, um das salzhaltiges Wasser, das auf der Rückstandshalde entsteht, möglichst umweltverträglich und wirtschaftlich zum Werksstandort Philippsthal zu transportieren. K+S besitzt eine Genehmigung zur Einleitung von Salzlauge in die Werra:_Die salzhaltigen Abwässer aus Neuhof werden mit einer gültigen Einleiterlaubnis des Werkes Werra über die Einleitstelle des Standortes Hattorf entsorgt.

"Die Inbetriebnahme der Leitung ist trotz der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Kassel vom 11. Juli 2013 gültig. Damals hatte das Gericht nicht die Genehmigung für den Betrieb der Leitung aufgehoben, sondern lediglich den Sofortvollzug einer separaten Einleiterlaubnis der Neuhof-Abwässer im Werk Werra bei Heringen außer Kraft gesetzt. Es ging nicht um ein Verbot der Einleitung von Lauge in die Werra generell", sagte K+S-Sprecher Michael Wudonig. Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts legten das Regierungspräsidium Kassel und K+S beim Verwaltungsgerichtshof Beschwerde ein.

Umweltverbände, vor allem an der Werra, kritisierten das Projekt immer wieder heftig. Für den Bau der Pipeline musste sich das Unternehmen mit 680 Grundbesitzern einigen.