Platten und Fugen werden ausgebessert: Stadt testet am Uniplatz einige Materialien

11. Mai 2017
fulda

Es bleibt dabei: Über den Plattenbelag des Fuldaer Universitätsplatzes wird trefflich gestritten. Die Stadt testet derzeit verschiedene Materialien, mit denen entstandene Schäden künftig ausgebessert werden sollen.

Von unserem Redaktionsmitglied Eike Zenner

In der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung sind die Muschelkalkplatten auf Uni- und Borgiasplatz regelmäßig Thema. Für die jüngste Sitzung am Montag hatte erneut die CWE eine Anfrage vorgelegt. „Wir haben bei einer Begehung am Karstadtplatz einige größere Schäden am Belag gesehen. Die Schäden sind durch ausgebrochene Fugen und tiefe Löcher und Ausbrüche an den Platten feststellbar und bei Regen nicht zu sehen, da sie dann mit Wasser gefüllt sind“, berichtete Fraktionschef Martin Jahn. Seine Frage: Wann und wie wird ausgebessert?

In früheren Jahren – noch unter Stadtbaurätin Cornelia Zuschke – hatten Stadtpolitik und Verwaltungsspitze mehrfach über die Frage gestritten, ob auf dem Uniplatz tatsächlich Schäden entstanden sind oder ob der Naturstein lediglich „Gebrauchsspuren“ aufweist. Inzwischen spricht auch das Baudezernat ohne Umschweife von Schäden – und stellt Ausbesserungen in Aussicht. Das Problem: So einfach ist das nicht. „Die Abplatzungen an den Muschelkalkplatten können nicht ohne weiteres beseitigt werden“, erläuterte Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos). Die Stadt testet aber seit einigen Wochen mögliches Reparatur-Material – mineralisches und solches, das auf Kunstharz basiert. Schreiner hält eine Erprobung über mindestens ein Jahr für nötig. Das heißt: In diesem Sommer wird der Platz nicht „geflickt“.

Bei den Fugen ist die Stadt einen Schritt weiter. Auch hier gibt es Probleme; es sind Vertiefungen entstanden. Die Stadt hat bereits vor geraumer Zeit vier Musterflächen mit verschiedenem Fugenmaterial angelegt und sammelt derzeit Erkenntnisse, wie sich dieses verhält. Aber auch hier gilt laut Stadtbaurat: „Frühestens 2018 wird entschieden, welches Material sich dauerhaft zur Verwendung eignet.“

Der frühere Grünen-Fraktionschef Ernst Sporer warf in der Debatte noch einmal die Frage auf, ob die Platten zu glatt seien. Das sei immer wieder zu hören. „Vielleicht sind die entstandenen Riefen da sogar von Vorteil“, so Sporer. Der Stadtbaurat entgegnete, es gebe insgesamt nur wenige Beschwerden über den Platz. Er räumte aber ein, dass die Platten bei bestimmten Wetterlagen glatt sein könnten. Auf Anfrage unserer Zeitung betont Schreiner, die städtischen Gremien hätten sich seinerzeit „mit großer Mehrheit und sehr bewusst für den hochwertigen Naturstein entschieden“. Viele Natursteine hätten gegenüber Materialien wie Beton Nachteile in puncto Verwitterung und Haltbarkeit. Das liege in der Natur der Sache. Mit den ins Auge gefassten Maßnahmen gelte es, „die Vorteile des Steins bestmöglich zu erhalten“.