Prozess um Entführung von Milliardärssohn - Angeklagter darf reden

02. Oktober 2018
Schlitz/Gießen

Am zweiten Verhandlungstag soll der mutmaßliche Entführer des Milliardärssohn Würth über seine Lebensverhältnisse reden können. Außerdem ist geplant, ein Attest zum Gesundheitszustand des behinderten Opfers zu verlesen.

Der Prozess um die Entführung von Milliardärssohn Würth wird am heutigen Dienstag um 10 Uhr am Landgericht Gießen fortgeführt. Am zweiten Verhandlungstag soll der Angeklagte die Möglichkeit bekommen, sich zu seinen persönlichen Verhältnissen und seinem Lebensweg zu äußern. Zudem ist geplant, ein Attest zum Gesundheitszustand des behinderten Opfers Markus Würth zu verlesen.

Zum Prozessauftakt im September war die Anklage vorgetragen worden. Demnach soll der Angeklagte (48) mit noch unbekannten Mittätern den damals 50 Jahre alten Sohn des baden-württembergischen Unternehmers und Milliardärs Reinhold Würth entführt haben. Die Tat ereignete sich im Juni 2015 in einer integrativen Wohngruppe für behinderte und nicht-behinderte Menschen im osthessischen Schlitz. Drei Millionen Euro Lösegeld wurden gefordert. Die Übergabe scheiterte, das Opfer kam unversehrt frei. / Jörn Perske, dpa,lhe

Spektakulärer Fall vor Gericht: Prozess-Start zur Entführung von Markus Würth

Rund drei Jahre nach der Entführung des Sohnes von Schrauben-Milliardär Reinhold Würth aus einer Behinderteneinrichtung in Schlitz hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Kidnapper begonnen. Der 48-Jährige musste sich am Dienstagmorgen wegen erpresserischen Menschenraubes vor dem Landgericht Gießen verantworten.