Raus aus dem Trikot, rein ins Kostüm: Eichenzells Handballer im Fastnachtsfieber

15. Februar 2020
Eichenzell

Die Handball-Rückrunde ist in vollem Gange. Gleichsam geht es für viele Fastnachtsvereine und ihre Tanzgruppen langsam in die heiße Phase. Wie es ist, in dieser Zeit den Spagat zwischen Handball und Showtanz zu meistern, wissen vier Akteure beim TLV Eichenzell.

Von unserem Redaktionsmitglied Ann-Katrin Hahner

Hier ist Marius Darnieder (26) nicht nur Trainer der Bezirksliga-Damenmannschaft und gelegentlich Spieler bei den Herren, sondern auch Mitglied der Thekentornados der Kolpingfamilie aus Rothemann. Für ihn gestaltet es sich manchmal schwierig, den Showtanz und auch seine Trainertätigkeit neben seiner Arbeit bei der Autobahnmeisterei unter einen Hut zu bekommen.

„Neben der Schichtarbeit muss ich schon einem einigermaßen getakteten Plan folgen, damit es zeitlich mit dem Handball-Training und den Tornados funktioniert. Manchmal haben sich die Jungs auch nach mir gerichtet, und wir haben am Wochenende vor oder nach dem Handballspiel trainiert“, berichtet der Übungsleiter.

Zwischen Handballhalle und Tanzbühne

Er und seine Showtanzgruppe treten in jeder Kampagne ab Januar auf, sodass Darnieder in der Rückrunde auf zwölf Aufritte kommt. Diese finden meist freitags oder am Samstag statt. Auch wenn das manchmal stressig werden kann, missen möchte Darnieder, der seit seiner Jugend Handballer ist und seit sechs Jahren bei den Tornados das Tanzbein schwingt, keines seiner beiden Hobbys: „Beides zu betreiben, ist positiver Stress für mich“, so der 26-Jährige, der aber vor der Partie am Sonntag (16 Uhr) gegen Homberg zugibt: „Wenn es hart auf hart kommt, dann hat der Handball Vorrang.“

Tanztraining und Auftritte spielen auch bei drei seiner Spielerinnen – Theresa Reith (22), Marie Schönherr (23) und Mannschaftsküken Anna Storch (17) – eine große Rolle. Wie ihr Coach sind auch sie in Showtanzgruppen aktiv, wobei Theresa und Anna noch neu im Handballsport sind. Beide tanzen aber seit Jahren, Theresa seit ihrem zwölften Lebensjahr. Heute ist sie beim CV Petersberg aktiv. Anna begann mit fünf Jahren und tanzt für den CC Thalau.

Erst kürzlich zum Handball gekommen

Für beide ist klar: In der Kampagne hat der Tanzsport Vorrang. „Handballerisch stehe ich noch am Anfang und werde bei den Spielen noch nicht eingesetzt. Deshalb bin ich am Wochenende dann beim Auftritt“, sagt die 17-Jährige, die neben den zwei Hobbys auch noch Schule und Nebenjob balancieren muss. Sie und Theresa Reith kamen durch ihre Schwägerinnen in spe zum Handball und haben sofort „Blut geleckt“.

„Durch den Handball habe ich etwas mehr Ausdauer für das Tanzen bekommen, aber am Anfang waren die Trainingseinheiten ganz schön anstrengend für mich“, gesteht Anna. Genügend Ausdauer musste auch Theresa mitbringen, denn oft hatte sie nach dem Handballtraining noch eine Tanzeinheit zu bewältigen. „Das waren dann manchmal schon vier Stunden intensives Training“, sagt die 22-jährige Torhüterin des TLV.

Spagat gelingt Schönherr gut

Marie Schönherr, die beim TLV die Position Rückraum-Rechts bekleidet, hat mit 18 bis 20 Auftritten den Spitzenwert auf ihrer Seite. „Ich versuche, immer allem gerecht zu werden. Meistens flitze ich nach dem Handballtraining direkt zum Auftritt. Ich habe aber über die Jahre ein paar Unterbrechungen beim Tanzen gehabt. Das waren Phasen, in denen mir der Handball wichtiger war“, sagt Marie Schönherr, Mitglied der Rothemanner „Funky Divas“.

Manchmal passen beide Hobbies ganz gut zusammen

Ob der Handball und der Showtanz ein paar Gemeinsamkeiten haben? In Schönherrs Augen auf jeden Fall. „Es sind beides Aktivitäten, bei denen man sich auf den anderen verlassen muss.“

Und manchmal passen beide Hobbys sogar ganz gut zusammen. So wie erst vor zwei Wochen, als ein Teil der Mannschaft nach dem 23:19-Derbysieg beim Hünfelder SV als Überraschungsgäste bei Schönherrs Auftritt in Magdlos aufschlugen. „Ich bin nach dem Spiel direkt zum Auftritt gefahren. Als ich die Mädels dann im Publikum gesehen habe, habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass auch die, die mit Fastnacht gar nichts am Hut haben, auch mitgekommen sind und mir zugesehen haben“.

„Liegt die HSG hinten, drehen wir auf" - Mini-Ultras fiebern Handball-Heimspieltag entgegen

Topspiel bei den Damen, hohe Hürde für die Herren: Wenn am Sonntag die zwei Seniorenteams der HSG Großenlüder/Hainzell am großen Heimspieltag den Auftakt der Rückrunde in der Handball Landesliga Nord bestreiten, wird die Lüdertalhalle voll sein. Dann liegt es an den Lüdertaler Mini-Ultras, für Stimmung zu sorgen.

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