Drifts auf dem Flugfeld: Auto-Rowdys sorgen für Ärger auf der Wasserkuppe

21. November 2019
Wasserkuppe

Es sind keine Dumme-Jungen-Streiche mehr: Bei sogenannten Schleuder- oder Driftfahrten auf der Wasserkuppe ist großer Schaden am Borstgrasrasen auf dem Flugfeld angerichtet worden.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Im Schnee sind die tiefen Reifenspuren gut zu erkennen, bei denen im Kreis gefahren wurde. Der Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe, Harald Jörges, beobachtet diese Unsitte Jahr für Jahr.

Sobald der erste Schnee fällt, nutzen dies einige wenige Autofahrer aus, um auf den Parkplätzen rund um die Wasserkuppe Schleuderfahrten zu unternehmen und sich dabei im Kreise zu drehen. „Richtig schlimm“ ist es aber, wenn sie, wie jetzt geschehen, mit ihren Autos auf dem Borstgrasrasen neben der Landepiste driften, sagt Jörges.

Irreparabler Schaden

Er schätzt, dass es 10 bis 15 Pkw-Lenker sind, die dies regelmäßig machen. Gerade jetzt, im Winter, wenn es früh dunkel wird und die Skilifte noch nicht laufen, ist bei Einbruch der Dunkelheit so gut wie niemand mehr auf Hessens höchstem Berg. Das ermutige die Fahrer zu ihrem Unfug, mutmaßt Jörges.

Matthias Krönung, Leiter der Polizeidienstestelle Hilders, weiß von dem Problem. „Sobald Schnee fällt, haben wir dieses Vorfälle“. Am Dienstag ist ihm die aktuelle Anzeige auf den Schreibtisch geflattert. Der Schaden am Borstgrasrasen sei irreparabel, sagt er. Die Fahrer hätten die Sperrbänder vor dem Flugfeld einfach überfahren und dann ihre Runden gedriftet.

Verdächtige festzunehmen sei schwierig

Die Polizeibeamten hätten Verdächtige, die teils aus dem benachbarten Bayern stammten, kontrolliert. Doch da es keine Augenzeugen gebe, sei es schwierig, ihnen etwas nachzuweisen.

Die Polizei kontrolliert regelmäßig auf der Wasserkuppe. Doch dabei die Täter zu ertappen sei nicht einfach, sagt Krönung. Eine Möglichkeit wären Schranken vor den Parkplätzen oder dem Flugfeld. Doch wer sollte dies bezahlen und wie soll das Öffnen und Schließen gehandhabt werden?

Fläche steht unter strengem Schutz

„Der Borstgrasrasen auf der Wasserkuppe gilt als eine der größten zusammenhängenden Flächen außerhalb der Alpen“, erklärt Jonas Thielen von der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön. Die Fläche steht unter strengem Schutz, und der Erhalt dieses einzigartigen Biotops ist eines der Zieles des laufenden Life-Projekts.

Schon zweimal kritisierten Naturschützer die Zerstörung des Borstgrasrasens. 2017 und 2014 legte die Firma Wiegand Behelfsparkplätze an. Pkws hätten damals, so kritisierte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, den Borstgrasrasen beschädigt. Mittlerweile ist der Parkplatz gebaut worden, sodass keine Behelfsplätze mehr notwendig sind.

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