Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner spricht in Wüstensachsen

22. Oktober 2018
Wüstensachsen

Etwa 70 Landwirte und Waldbesitzer waren am Montag in die Schäferei Weckbach nach Wüstensachsen eingeladen, um mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zu diskutieren.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Sie machte anfangs deutlich, dass sie nicht nur für Landwirtschaft, Jagd und Fischerei zuständig sei, sondern auch für die Erhaltung der Artenvielfalt. Schutz durch Nutzung sei deshalb für sie eine wichtige Aufgabe. Damit nahm sie Bezug zur Rhön.

Klöckner, die selbst in einem Mischbetrieb mit Landwirtschaft und Weinbau mit Tieren groß geworden sei, wie sie betonte, räumte ein, dass sich die Politik zu sehr auf die Ballungsräume fokussiere. Die ländlichen Regionen seien aber sehr wichtig, nicht nur, weil dort die Landwirte arbeiteten.

„Wir brauchen gleichwertige Lebensbedingungen. Stirbt die Landwirtschaft, sterben auch die ländlichen Regionen“, sagte die 45-Jährige. Denn auf dem Land würden die Lebensmittel produziert. In diesem Zusammenhang stellte die Ministerin fest: „Wir brauchen mehr Wertschätzung für die Lebensmittel“. Wenn ein Discounter Hähnchenschenkel für 15 Cent anbiete, sei dies „unanständig“, erklärte sie. Sie forderte faire Handelspraktiken. Allerdings habe hier auch der Verbraucher eine Verantwortung, machte die Ministerin klar. Höhere Kosten für höhere Anforderungen beim Tierwohl könnten nicht beim Produzenten hängenbleiben.

Es gehe um Wertigkeiten. Deshalb möchte Klöckner eine gesellschaftliche Diskussion anstoßen. Lebensmittel müssten einen höheren Stellenwert bekommen. Sie erinnert daran, dass in Deutschland nur 9 Prozent der gesamten Ausgaben für Lebensmittel verwendet würden.

Viele Landwirte hätten unter der extremen Trockenheit in diesem Jahr gelitten. Sie hätten Ausgleichzahlungen gefordert. Es sei sehr schwer gewesen, Geld für betroffene Betriebe loszueisen. Sie erklärte, dass zwei Kriterien erfüllt werden müssten, damit Landwirte Zuschüsse erhalten: Die Ernte müsse um 30 Prozent niedriger ausgefallen sein als in den vorhergehenden Jahren, und die Existenzgrundlage müsse gefährdet sein. Würde man nur den Minus-Ertrag zugrunde legen, würden viele Großbetriebe profitieren, denen es gut gehe.

Einen ausführlichen Bericht mit kritischen Fragen der Landwirte lesen Sie in der Dienstagausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im E-Paper.

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