Bürgermeisterwahl Gersfeld: Fraktionen positionieren sich zu Korell und Keidel

16. Januar 2020
Gersfeld

Zwar sind es noch vier Monate bis zur Bürgermeisterwahl in Gersfeld am 24. Mai. Doch für vier von fünf Fraktionen steht bereits fest, welchen Kandidaten sie unterstützen werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey

Am Samstag hat die SPD Gersfeld offiziell bekanntgemacht, wer für sie ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Gersfeld gehen soll: Klaus Keidel (50) aus Gersfeld-Schachen wurde als Kandidat nominiert. Er sitzt seit 2016 für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung, ist beruflich für die Straßenbaubehörde Hessen Mobil in der Straßenmeisterei Gersfeld als Bauaufsicht und Streckenwart tätig.

„Dem SPD-Vorstand war es wichtig, dass die Gersfelder eine demokratische Wahl zwischen zwei oder mehr Kandidaten haben“, erklärt Michael Gutermuth, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Zudem sei man der Meinung, dass „es verschiedene Punkte gibt, bei denen es in Gersfeld besser laufen könnte“, so Gutermuth. Dabei wolle er noch nicht ins Detail gehen. Welche Schwerpunkte Klaus Keidel in seinem Wahlkampf setzen wird, wolle dieser erst später bekanntgeben.

Kammerdiener honoriert Keidels Mut

Dass auch Amtsinhaber Steffen Korell (CDU, 35) wieder antreten will, hat er bereits Ende November angekündigt. CDU-Fraktionsvorsitzender Rainer Goldbach sagt: „Bei seiner Entscheidung stehen wir ganz klar hinter ihm. Er hat die letzten Jahre sehr gute Arbeit gemacht.“ Korell ist 2014 ins Rathaus eingezogen. Er war zuvor als Rechtsanwalt tätig. Die CDU will ihn laut Goldbach in der nächsten Mitgliederversammlung auch offiziell als Kandidaten nominieren.

Dass die SPD einen eigenen Bewerber präsentiert, diese Nachricht sei für Goldbach nicht überraschend gewesen, genauso wenig wie für die Fraktionen der Grünen und der FDP. Beide unterstützen Steffen Korell. Christoph Kammerdiener (FDP) betont, dass man sich bereits früh für den Amtsinhaber entschieden habe, was gleichzeitig die Entscheidung dafür war, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Zu Klaus Keidel sagt er: „Er weiß selbst am besten, was er sich zumutet.“ Er betont aber, er honoriere seinen Mut. Dabei hoffe er jedoch, „dass das gute Verhältnis unter den Fraktionen nicht unter dem Wahlkampf leidet“, so der FDP-Fraktionschef.

Zwei Bewerber gut für Demokratie

CDU, FDP und Grüne sind sich einig, dass ein zweiter Bewerber gut für die Demokratie sei, damit der Bürger eine „echte Wahl“ hat und nicht nur Ja oder Nein ankreuzen kann.

Heiner Marquardt (Grüne) begründet die Unterstützung des Amtinhabers Korell so: „Er hat sich gut eingearbeitet, was bei der politischen Konstellation in Gersfeld nicht ganz einfach ist. Er versucht bei der Bewältigung der Probleme unserer Stadt alle miteinzubeziehen.“ Zudem sei er in der Bürgerschaft angesehen.

Uwe Glück, Vorsitzender der BWG-Fraktion, erklärt, dass die Wählereinheit intern Gespräche führen wird, ob sie jemanden unterstützen wird oder nicht.

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