Zweitälteste Einwohnerin im Landkreis: Else Held feierte ihren 105. Geburtstag

18. Juli 2019
Gersfeld

Die zweitälteste Einwohnerin des Landkreises Fulda, Else Held aus Gersfeld, feierte ihren 105. Geburtstag. Sie lebt allein und versorgt sich in der Regel selbst. 56 Gäste kamen zum Gratulieren ins Bürgerhaus Mosbach.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Es war ihr eine Herzensangelegenheit, diesen besonderen Tag nochmal groß im Kreise ihrer Familie zu feiern. Die Vorfreude und Aufregung vor diesem besonderen Tag war bei Else Held besonders groß, sollte es ja genügend zu Essen und zu Trinken geben. Immerhin hatten sich 56 Gäste angekündigt. Zum Friseur brachte sie ihr Großneffe Dieter Keidel am Tag zuvor.

Gekommen waren zahlreiche Neffen, Nichten, mit ihren Kindern und Kindeskindern, sowie eine Enkelin mit ihrer Familie darunter Urenkel und sogar ein Ur-Ur-Enkelchen. Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell sowie Beigeordneter Joachim Janshen vom Landkreis Fulda gratulierten ihr zum 105. Geburtstag. Pfarrer Friedhelm Dauner überbrachte seine Glückwünsche musikalisch. Er hatte seine Gitarre dabei und spielte Else Held ein Ständchen.

Unterstützung von Familie und Nachbarn

Landrat Bernd Woide war bereits zwei Wochen zuvor bei der Jubilarin, da er am Jubeltag im Urlaub war. Über seinen Besuch freute sich Else Held. Bei Kaffee und Kuchen erzählte sie ihm von früher, als sie bereits mit 13 Jahren von zu Hause weg musste und im Vogelsberg und später in Bronnzell in Stellung ging.

Else Held wohnt allein in Gersfeld, versorgt sich weitgehend selbst, allerdings kommt ihr Großneffe Dieter Keidel immer häufiger, um nach ihr zu sehen, und auch immer häufiger, um ihr Essen zuzubereiten. Aber sie hat es auch gern, wenn Dieter ihr das Frühstück macht, für sie kocht oder am Nachmittag zum Kaffeeplausch vorbeikommt. Im Haushalt hilft ihr die 83-jährige Linda Alga, die ein Stockwerk über ihr wohnt.

Das Geheimnis ihres hohen Alters

Auf die Frage, warum sie so alt geworden ist, sagt sie, dass sie zeitlebens viel gearbeitet hat. „Ich habe jedem geholfen, ich war für jeden da.“ In Mosbach wurde sie geboren und erzählt, dass sie mit Holzschuhen nach Gersfeld in die Schule gelaufen ist, jeden Tag. Schon als Kind hat sie zu Hause in der Landwirtschaft der Eltern mitangepackt, musste melken und Kühe hüten.

Im Jahr 1940 heiratete sie ihren ersten Ehemann, Ferdinand Müglich, der 1944 im Krieg gefallen ist. Mit ihm hatte sie Sohn Erich, der bereits im Jahr 2000 verstorben ist. 1950 heiratete sie den Maurerpolier Otto Held. Mit ihm wohnte sie zunächst in Fulda. Nach dessen Tod im Jahr 1977 zog sie wieder zurück nach Gersfeld.

„Trotz ihres sehr arbeitsreichen Lebens, lebt Else Held in vollkommener Zufrieden- und Bescheidenheit, sie hat einen unbändigen Lebensmut und Gottvertrauen“, erklärt Dieter Keidel. Sie sagte auf ihrem Ehrentag: „Wenn der da oben will, werde ich auch 106 Jahre alt.“