Ein Museum mit Wachs und Honigkuchen: Außergewöhnliche Ausstellung im Kunstbahnhof Milseburg

10. Dezember 2015
Hilders

Am Milseburg-Bahnhof halten schon lange keine Züge mehr – vielmehr kommen dort Leute vorbei, die sich für das Wachs- und Honigkuchenmuseum interessieren. Das eröffnete der Künstler Carl Oskar Hartmann vor 22 Jahren.

Wachs braucht man für Kerzen – das weiß jeder. Aber wofür noch? Antworten darauf liefert Carl Oscar Hartmann in seinem Wachs- und Honigkuchenmuseum. Hier gibt es Wachs in den unterschiedlichsten Formen: In einem langen Gang hängen neben 300 Jahre alten Siegeln selbstgezogene Kerzen und Reliefs von unterschiedlichsten Wappen. Wenn Besuchergruppen kommen, führt Hartmann sie durch die Sammlung und erklärt alles zu den Ausstellungsstücken, die er selbst gesammelt hat.

Einige Räume zweigen von dem Gang ab: In einem davon hat Hartmann seine Werkstatt. Dort modelliert er Köpfe und sogar ganze Figuren aus Wachs – und der Besucher kann genau sehen, wie das gemacht wird. Die Nachbildungen werden dann zum Beispiel an Heimatmuseen weitergegeben – und sogar im Panoptikum in Hamburg steht eine seiner Figuren.

Aber warum heißt es Wachs- und Honigkuchenmuseum? Am Ende des Ganges ist ein Raum, in dem diese Frage beantwortet wird. Dort gibt es nämlich zwei nachgebildete Werkstätten, eine davon ist die Bäckerei. Hartmann lüftet das Geheimnis: „Lebkuchen heißt auch Honigkuchen, weil das Gebäck früher mit Honig gesüßt wurde anstatt mit Zucker. Das kleine Gebäck hat die Form von Figuren in Miniatur. Um die herzustellen, brauchte man Förmchen – die aus Wachs gegossen wurden und im Museum ausgestellt sind.“

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