Von 4 bis 69: In Eckweisbach wird generationsübergreifendes Krippenspiel-Musical aufgeführt

23. Dezember 2019
Hilders

Krippenspiele mit Kindern gibt es viele an Heiligabend. In Hilders-Eckweisbach wird am 24. Dezember, um 15 Uhr, etwas Besonderes aufgeführt: Ein generationsübergreifendes Musical, das die Geburt Jesu in Erinnerung ruft. Knapp 80 Gläubige im Alter von 4 bis 69 Jahren wirken mit.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Das sind etwa zehn Prozent der gesamten Pfarrei, wozu noch Liebhards und einige kleine Dörfer gehören. Sogar Pfarrer Carsten Noll lässt es sich nicht nehmen mitzumachen. Als Erzengel Gabriel, der die frohe Botschaft verkündet und als Sänger im Chor. Er mag das Gemeinschaftsgefühl, das beim Projekt entsteht.

„Es ist eine schöne Einstimmung auf Weihnachten“, sagt Pfarrer Noll. Als er vor 13 Jahren die neue Pfarrstelle im Scheppenbachtal übernahm, suchte er nach einer Möglichkeit, zu Weihnachten etwas Besonderes zu machen. In Sylvia Reinhardt fand er eine Mitstreiterin.

Überrascht von positiver Resonanz

Die beiden kamen auf die Idee, ein generationsübergreifendes Krippenspiel aufzuführen. Jung und alt sollten mitwirken. Das Besondere: Es sollte mit Musik unterlegt und in einen Wortgottesdienst eingebunden sein. „Es geht schließlich um die Botschaft“, sagt Reinhardt.

Die beiden waren über die positive Resonanz überrascht. Schon bei der ersten Aufführung vor 13 Jahren fanden sich mehr als 40 Gläubige jeglichen Alters, die in der Eckweisbacher Kirche mitgespielt und mitgesungen haben. Die Scheu vieler Interessierter schwand ob des Erfolgs, und von Jahr zu Jahr fanden sich mehr, die dabei sein wollten.

„Es ist zum Selbstläufer geworden“

Bis zu 80 Darsteller und Sänger stehen seitdem regelmäßig „auf der Bühne“ der Kirche. „Es ist zum Selbstläufer geworden“, freut sich Noll. „Viele fragen schon im Sommer, ob wieder unser Krippenspiel aufgeführt wird“, sagt Reinhardt

Die Jüngsten, die Kindergartenkinder, spielen die Schäfchen, die Grundschulkinder mimen Reisende, Hirten und Engel wie Milena und Lara. Die beiden zehnjährigen Mädchen sind schon seit fünf Jahren dabei und stolz darauf, auch Texte zu sprechen.

Zwei Dutzend Sänger

Die Sängerinnen und Sänger des Projektchors, geleitet von Verena Gass, sind zwischen 25 und 69 Jahre alt. Die zwei Dutzend Mitglieder sorgen für einen beeindruckenden musikalischen Rahmen des Musicals.

Auch Bürgermeister Hubert Blum hat sechs Mal mitgespielt, setzt dieses Jahr aber wegen zu vieler Termine aus. Er lobt die gute Qualität des Krippenspiels und freut sich, dass so viele Gläubige aus der Kirchengemeinde selbst aktiv werden.

Sylvia Reinhardt führt Regie

„Ein Grund für den großen Erfolg ist Sylvia Reinhardt, die sich von Beginn an um die Inszenierung kümmert und Regie führt“, sagt Noll. Sie erarbeitet das Gesamtkonzept, übt mit Kleingruppen in den Tagen vor Heiligabend und sorgt mit ihrem Team dafür, dass die Musik, die Auftritte der Spieler und die Technik zusammenpassen, damit an Heiligabend alles klappt.

„Eine solch tolle Sache bei uns in der Pfarrei müssen wir unterstützen, sagen „die Heiligen Drei Könige“ Helmut Wagner (59) und Martin Zentgraf (64). Der Dritte König, Tobias Ebel, ist mit seinen drei Kindern Luzie, Nick und Max mit von der Partie. In diesem Jahr lautet der Titel: „Im Himmel geht ein Fenster auf“.

Pfarrer Carsten Noll begeistert

„Wir orientieren uns am Evangelium“, sagt Reinhardt. Die Rolle der Sprecherin nimmt sie dieses Jahr selbst ein. Sie erzählt die Geschichte von Jesu Geburt und sagt: „Jeder ist aufgerufen in der bekannten Geschichte etwas Neues zu entdecken. „Du musst dein Herz öffnen. Dann spürst du, wie sich Gott auf den Weg zu Dir macht“.

„Es ist der vollste Gottesdienst im gesamten Jahr“, berichtet Pfarrer Noll. Nicht nur die Menschen aus der Pfarrgemeinde schauen sich das Spiel gerne an, sondern Gläubige aus den Nachbargemeinden. „Für viele, die nicht in die Christmette gehen wollen, ist es ein religiöses Angebot, das gerne als Einstimmung auf Weihnachten angenommen wird“, sagt Pfarrer Carsten Noll.

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