Bäckerei Pappert zieht nach Eichenzell

16. August 2019
Poppenhausen

Hiobsbotschaft für die Gemeinde Poppenhausen: Die Traditionsbäckerei Pappert wird in den kommenden drei bis fünf Jahren die Rhön verlassen und ihren Betrieb ins Industriegebiet nach Eichenzell verlagern. Das haben die beiden Geschäftsführer, Bernd Pappert und Manfred Klüber, am Freitag in Poppenhausen bekannt gegeben. Am Vormittag werden die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung ebenfalls darüber informiert. Schon länger wurde in der Region über diesen Schritt spekuliert. Nun herrscht Gewissheit.

Von Tobias Farnung

Hintergrund: Das stark wachsende Unternehmen, das vor 91 Jahren von Wilhelm Pappert in Poppenhausen gegründet wurde, ist am Stammsitz in der Wasserkuppen-Gemeinde längst an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Pappert betreibt mittlerweile 118 Filialen – Tendenz steigend. In der Vergangenheit gab es zwar intensive Bemühungen, weitere Flächen rund um den Firmensitz hinzuzuerwerben. Auch die Gemeinde hatte das Unternehmen dabei tatkräftig unterstützt. Allerdings am Ende ohne Erfolg, so dass nun nur noch der Weggang aus Poppenhausen bleibt.

„Wir bedauern diesen Schritt sehr, haben aber Verständnis dafür, weil er aufgrund der weiteren Entwicklung alternativlos ist“, sagt Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU). Auch bei Pappert hat man sich diese Entscheidung offenbar nicht leicht gemacht. „Wir haben ein super Verhältnis zur Gemeinde Poppenhausen und sind für das große Engagement bei der Suche nach einer Lösung, um am bisherigen Standort weiter wachsen zu können, sehr dankbar“, sagt Manfred Klüber.

Verlagerung des gesamten Betriebs wird geprüft

Aber bereits seit rund zwei Jahren waren die Verantwortlichen auch intensiv am Ausloten von Alternativen. Und wurden nun in Rönshausen, unterhalb der Firma Isel, mit einem rund zweieinhalb Hektar großen Grundstück fündig. Für Eichenzells Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) eine tolle Nachricht. „Dass sich solch eine tolle Firma in Eichenzell ansiedelt, ist natürlich sensationell“, sagt er.

Ob einzelne Teile des Unternehmens in der Rhöngemeinde bleiben können oder der gesamte Betrieb verlagert werden muss, werde laut Klüber nun geprüft. Immerhin verfügt Pappert dort über eine moderne und funktionsfähige Produktion. Vor wenigen Jahren wurden noch rund fünfeinhalb Millionen Euro in Modernisierung und Ausbau investiert. Für den Großteil der rund 250 Mitarbeiter, die in Poppenhausen in Verwaltung und Produktion arbeiten, dürfte der Schritt ins rund zwölf Kilometer entfernte Rönshausen verkraftbar sein. Lediglich rund 30 Mitarbeiter wohnen auch direkt in Poppenhausen.