Viehabtrieb in Simmershausen wird zum Touristenmagnet

Bustouristen und Einheimische säumten Simmershausens Straßen

28. September 2015
Simmershausen

Rund 6000 Zuschauer begeisterten sich für den traditionellen Rhöner Viehabtrieb in Simmershausen.

Von unserem Mitarbeiter Bernd Götte

Wer denkt, der Viehabtrieb in Simmerhausen wird vor allem von Rhöner Viehzüchtern besucht, fehlt weit. „Wir sind extra aus Mainz angereist. Der Bus war voll“, berichtete die Besucherin Waltraud Becker. Und auch die Nachbarn der Rheinhessin stammten alle nicht aus der Region. Diesen Trend bestätigte Simmershausens Ortsvorsteher Thorsten Müller.

Er hatte Busse aus verschiedenen Regionen wie dem Münsterland und der Oberpfalz gesehen, die zum Viehabtrieb gekommen seien. So sei es auch zu erklären, dass der Viehabtrieb mit regelmäßig 5000 bis 6000 Teilnehmern das größte Spektakel in Simmershausen sei. Das zweitgrößte Ereignis, die Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, brächte laut Müller nur etwa 600 Leute auf die Beine.

Der gespannt erwartete Viehabtrieb zeigte verschiedene Aspekte der Landwirtschaft auf. Rückepferde waren ebenso zu sehen wie die aktuellen Fleckviehrassen. Angeführt wurde der bunte Reigen vom Musikverein Simmershausen-Batten, der schon zuvor die Gäste auf dem Festplatz unterhalten hatte. Nervös schienen die Simmershäuser Rinder zu sein. Bei ihrem Auftritt, einem der ersten des Festzuges, hinterließen sie kapitale Fladen auf der Gasse.

Die Uckermärker Schafe und Ziegen wirkten dagegen wesentlich gefasster bei ihrem Gang durch die Straßen. Besonderer Blickfang waren aber wie jedes Jahr die prächtig mit Blumen geschmückten Hörner ausgewählter Rinder. Auch die durch Rückzucht wieder zum Leben erweckten Auerochsen ließen sich dank des Rhöner Originals Yakwilli in Simmershausen blicken. Insgesamt tummelten sich 29 Zugteilnehmer im Ortskern.