Vom Bett aus die Sterne anschauen

14. Oktober 2019
Wasserkuppe

Die Sternenparkhäuser im Feriendorf auf dem höchsten Berg Hessens sind eingeweiht – und nominiert für den hessischen Tourismuspreis.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Der Bau des Feriendorfes auf der Wasserkuppe ist die derzeit größte Investition in den Tourismus in der hessischen Rhön. Fünf Millionen Euro kostet das Projekt, das schon weit vorangeschritten ist und eine Besonderheit aufweist: Es gibt zwei Sternenparkhäuser, die am Sonntag eingeweiht wurden.

Darauf sind die beiden Geschäftsführer der Papillon-Gleitschirmfliegerschule, Boris Kiauka und Andreas Schubert, besonders stolz. Die beiden stemmen das Projekt, um die Bettenkapazität auf der Wasserkuppe zu verdoppeln. Aber nicht nur das: „Der Sternenpark ist ein wichtiges Thema für die Rhön. Dem wollen wir uns nicht verschließen“, sagt Schubert. Vor dem Hintergrund von Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Regionalität seien die beiden Sternenparkhäuser in das Feriendorf-Konzept integriert worden, um aktiv ein Zeichen gegen die Lichtverschmutzung zu setzen.

Durchs Dachfenster die Sterne sehen

In ein Doppel-Ferienhaus, das gerade fertiggestellt wurde, sind zwei extra-große Fenster installiert, die automatisch zu öffnen sind und aus dem Schlafzimmer einen besondern Blick auf die Sterne am Firmament über der Wasserkuppe eröffnen. Dieses besondere Angebot haben sich die Investoren was kosten lassen: Die beiden zwei mal drei Meter großen Spezialfenster kosten allein 60.000 Euro, sagt Projektleiter Roland Wahl.

Die offizielle Vorstellung der Sternenparkhäuser fand dann am Sonntag ab 18 Uhr statt. In einer Bluelight-Stunde, also zum Sonnenuntergang, wurde das neue Angebot den interessierten Gästen gezeigt. Das erste Mal vermietet werden die beiden Häuser dann ab nächster Woche.

„Dem Himmel ein Stück näher“

Sternenpark-Koordinatorin Sabine Frank lobt das Engagement von Schubert und Kiauka. „Im Sinne des Sternenparks ist dies eine tolle Sache. Zudem ist die Wasserkuppe ein idealer Ort, um sich den Sternenhimmel anzuschauen“, erklärt sie. „Auf Hessens höchstem Berg ist der Himmel ein Stück näher.“ Frank betont die Bedeutung der Sternenführungen für die Region. Sie würden sehr gut nachgefragt“, erzählt sie. „Wir müssen gar keine Werbung dafür machen.“

Das Projekt Feriendorf mit den Sternenparkhäusern ist auch für den Hessischen Tourismuspreis nominiert. Damit will das Land den touristischen Unternehmergeist und besondere Initiativen fördern. Die Preisverleihung findet am 16. Oktober statt.

Acht von 14 Häusern sind fertig

Der Bau des Feriendorfes auf der Wasserkuppe geht jetzt in die Schlussphase. Geplant sind in Höhe des Kreisels insgesamt 14 Häuser mit 23 Wohneinheiten, die von vier bis sechs Leuten genutzt werden können. „Acht Häuser sind bezugsfertig und werden schon eifrig gebucht“, sagt Schubert. Das neunte Haus ist so gut wie fertig. Bis Ostern sollen die restlichen fünf Häuser fertiggestellt sein, wobei bis zum Jahresende noch weitere drei gebaut werden. „Damit befinden wir uns im Zeitplan“, sagt Schubert.

CO2-neutral

Er erzählt, dass mit den Ferienhäusern das Übernachtungsangebot auf der Wasserkuppe verdoppelt werde. „Wir konnten die Nachfragen nicht mehr befriedigen.“ Bislang stehen in den Häusern Peterchens Mondfahrt und im Deutschen Flieger 25 Zimmer zur Verfügung.

Aber nicht nur die Verbesserung des Angebots spricht er an, Schubert ist auf den Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekt stolz. Dank eines Blockheizkraftwerks und der Fotovoltaikanlage auf dem Gebäude der Gleitschirmfliegerschule sei das Dorf übers Jahr gerechnet CO2-neutral.