Wasserkuppen-Feriendorf: Betreiber stellen sich Kritik aus dem Netz

11. Mai 2017
Wasserkuppe

Das Feriendorf, das Boris Kiauka und Andreas Schubert von der Gleitschirmfliegerschule Papillon auf der Wasserkuppe bauen wollen, ist Gesprächsthema in der Region. Viele befürworten das Vorhaben, es gibt aber auch Kritik.

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey

15 Ferienhäuser aus Holz sollen für 4,5 Millionen Euro neben der Gleitschirmfliegerschule gebaut werden. Viele loben: „Tolles Projekt!“ und „Was Besseres kann der Region nicht passieren!“. Aber auch viele kritische Töne haben unsere Redaktion auf verschiedenen Wegen erreicht.

Lesen Sie hier mehr zu dem Projekt:

15 Holzhütten auf Hessens höchstem Berg: Feriendorf auf der Wasserkuppe geplant

Lange war das Projekt in den Köpfen von Andreas Schubert und Boris Kiauka. 2010 haben die Geschäftsführer von Papillon auf der Wasserkuppe erstmals von einem Hüttendorf gesprochen. Jetzt wird das Projekt verwirklicht.

Einige Kritikpunkte haben wir herausgegriffen. Papillon-Geschäftsführer Andreas Schubert nimmt dazu Stellung.

„In den Städten wird mit viel Geld renaturiert und mühsam begrünt, während die Natur auf dem Berg Wasserkuppe nach und nach zugebaut wird.“

Schubert: „Bei der Fläche handelt es sich um die Baulücke zwischen Kreisverkehr und dem Segelflugmuseum. Der restliche Teil der Fichten-Monokultur bleibt genauso unberührt wie selbstverständlich auch alle Borstgraswiesen und sonstige Flächen. Das landschaftliche Gestaltungskonzept sieht, verglichen mit der vorherigen Fichten-Monokultur, eine Verbesserung der Biodiversität vor. Für die Fläche, die gerodet wurde, wird Ausgleich geschaffen. Das war eine der vielen Auflagen für die Baugenehmigung. 19.000 Euro werden in ein Projekt zum Erhalt der Bergwiesen im Ulstertal fließen.“

„Die Wasserkuppe wird immer mehr zum Rummelplatz. Für uns Rhöner ist es schon lange nicht mehr möglich, auf die Wasserkuppe zu fahren, um Ruhe zu haben und den Kopf freizubekommen.“

Schubert: „Gerade unter der Woche bietet die Wasserkuppe hervorragende Möglichkeiten, den Kopf freizubekommen. Der Tourismusbetrieb konzentriert sich auf den Bereich zwischen Segelflugplatz, Rhön-Info-Zentrum und Märchenwiese sowie auf den Gipfel-Rundweg. Und selbst an gut besuchten Wochenenden findet sich für Rhöner und Gäste – wenn man nur mal einige Hundert Meter weiterläuft – ein Plätzchen, an dem man ungestört ist.“

„Was sind das für Hütten, die zusammen 4,5 Millionen Euro kosten? Architektonisch für den Preis bestimmt Luxushäuser, die nicht ins Landschaftsbild passen.“

Schubert: „Der Begriff Hütten ist etwas irreführend. Tatsächlich handelt es sich um qualitativ hochwertige Chalets, die soweit möglich aus regionalen Materialien und von Rhöner Firmen erbaut und ausgestattet werden. Das Energieversorgungskonzept macht das Hüttendorf zu einem deutschlandweiten Pilotprojekt. Gersfeld zählte 2016 nur noch 133.000 Übernachtungen. 2010 waren es 185.000. Diesem rückläufigen Trend wollen wir mit den 10.000 zusätzlichen Übernachtungen in den neuen Betten auf der Wasserkuppe entgegenwirken.“

„Die Ferienhäuser werden sicher in gehobener Ausstattung errichtet und nur für die Reichen und Schönen bezahlbar sein.“

Schubert: „Die Übernachtungskosten liegen mit 30 Euro pro Person und Nacht bei Belegung mit vier Personen selbst für Rhöner Verhältnisse im unteren Bereich.“