Riesen-Bärenklau am Fulda-Ufer: Giftpflanze ist laut Behörden kaum mehr aufzuhalten

13. Juli 2018
Fulda

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist mehr als ein störendes Unkraut: Kommt die Haut damit in Kontakt und trifft dazu noch Sonnenlicht darauf, bilden sich leichte bis teilweise schwere Verbrennungen. Die tückische Giftpflanze hat inzwischen ganze Uferregionen der Fulda erobert – und ist wohl kaum noch aufzuhalten

So hat die Herkulesstaude einen der schönsten Wanderwege bei Fulda am Haimberg, zwischen Oberrode und Besges, erreicht. Die Giftpflanze hat dort im Naturschutzgebiet an Wegen und zwischen Hecken Fuß gefasst und war auch schon dabei, bewohnte Grundstücke von Besges zu erobern. Bereits 2013 hatten wir über die Ausbreitung der Pflanze in Fulda berichtet. Lesen Sie hier mehr: Aus dem Kaukasus stammende Herkulesstaude macht sich entlang der Fulda breit.

Jede Pflanze des auch als Herkulesstaude bekannten Gewächses bildet zwischen 10.000 und 50.000 Samen, die sogar schwimmen können. Der Riesen-Bärenklau kommt häufig an Flüssen und Bächen, auf Brachland und an Wegesrändern vor, findet aber natürlich auch seinen Weg in den Garten. Er lässt sich dort auf nährstoffreichen Standorten nieder, die nicht zu trocken sind.

Riesen-Bärenklau am Fulda-Ufer: Giftpflanze ist laut Behörden kaum mehr aufzuhalten

Den zuständigen Behörden im Landkreis Fulda ist unterdessen die Problematik des pflanzlichen Invasoren Riesenbärenklau bekannt. Leoni Rehnert von der Pressestelle des Landratsamtes erklärte, die Untere Naturschutzbehörde sei nicht unmittelbar für das Problem des Riesenbärenklaus zuständig. Die Obere Naturschutzbehörde befasse sich mit dem Invasor im Wesentlichen in Naturschutzgebieten, sonst seien die betroffenen Gemeinden zuständig.

Michael Conrad, Sprecher der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium (RP) in Kassel, erklärte, das Herkulesstauden-Problem am Haimberg sei bekannt. Wie Heike Godt, beim RP zuständig für den Raum Fulda, erklärte, werde das Problem auf dem größten Teil der Fläche durch Beweidung mit Schafen gelöst, die die Stauden fressen. Auch in den Fulda-Wiesen sei man bereits tätig. Im Bereich Fulda sei am Fluss nicht mehr viel zu machen.

Wochenlanger Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: Stadt Fulda gibt noch keine Entwarnung

Schon über 150 Stellen in der Stadt Fulda. Drei betroffene Schulen. An einem Baum wurden bis zu 18 Nester gefunden. Die Raupenplage hat Fulda und die Region befallen. So viele Eichenprozessionspinner hat es in keinem Jahr zuvor gegeben. Die Stadt Fulda rechnet damit, dass der Kampf gegen die Nachtfalter-Raupen noch mehrere Wochen andauern wird.

Die Bekämpfung dort liege in der Verantwortung der Stadt. Magistratspressesprecher Johannes Heller sagte, wegen der extrem hohen Reproduktionsfähigkeit der Pflanze und des mittlerweile hohen „Verseuchungsgrades“ des Bodens durch deren Samen sei die weitere Ausbreitung der Pflanze kaum mehr aufzuhalten. Bereits im Jahr 2010 habe man die Vorkommen im Stadtgebiet kartiert.

„Damit konnte die Herkulesstaude an einigen Standorten erfolgreich beseitigt werden“, sagte Heller, erklärte aber auch, dass diese Erfolge nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ gewesen seien. Die weitere Verbreitung der großen Bestände schreite ungehindert fort. Viel mehr Informationen – unter anderem, warum die Bekämpfung der Giftpflanze so schwierig ist – lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im E-Paper.

Hobbygärtnern empfiehlt die Landwirtschaftskammer für das Saarland derweil, den Riesen-Bärenklau – sollte er im eigenen Garten wuchern – auszureißen: Am besten wird dafür der obere Teil der Wurzeln ausgegraben. Nur in diesem sogenannten Vegetationskegel findet der Austrieb statt. Der Gärtner muss daher bis mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche die Wurzel durchstechen und entfernen.

Der Wurzelrest wird im Müll am besten mit der Schnittstelle nach oben gelegt. Das verhindert, dass die Wurzel erneut anwächst. Die Gartenexperten aus dem Saarland halten diese Bekämpfungsmethode für sehr effizient, aber der Arbeitsaufwand ist hoch. Daher raten sie Hobbygärtnern dazu, wenn einzelne Pflanzen oder kleine Bestände auf dem Grundstück wachsen. / vf, sar, dpa