Schneller im Netz gegen Aufpreis – Vodafone bietet VDSL-Vectoring an

20. August 2014
Neuhof

Neuhof, Hauswurz, Mittelkalbach und Hosenfeld haben seit Mittwoch Zugang zum superschnellen Internet. Vodafone bietet gegen Aufpreis DSL-Hochleistungs-Anschlüsse an, mit denen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden sollen. Damit gehören die vier Orte zu bundesweit 20 Modellprojekten des Anbieters.

Was bislang nur in Eichenzell über die Glasfaserleitungen des Eigenbetriebs Breitband Eichenzell und den Anbieter Rhönnet möglich war, funktioniert nun auch in Ortsteilen von Neuhof, Kalbach und Hosenfeld: superschnelles Surfen im Internet und superschnelles Verschicken und Herunterladen von großen Datenmengen. Wobei – die Eichenzeller sind noch schneller. Dort können je nach Tarif Downloadgeschwindigkeiten von 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreicht werden. Über den Anbieter Vodafone sollen im Südwesten des Landkreises 100 Mbit/s möglich sein.

Damit das funktioniert, setzt das Unternehmen die sogenannte VDSL-Vectoring-Technik ein. Die Daten werden dabei über die bestehenden Kupferleitungen übertragen. „Üblicherweise liegen mehrere Tausend Teilnehmeranschlussleitungen eng zusammengefasst in einem Hauptkabel. Werden Signale durchgeleitet, kommt es zu einer gegenseitigen Beeinflussung benachbarter Leitungen. Das führt zu einer Reduzierung der Bandbreite“, erklärt Paul Gerlach aus der Vodafone-Unternehmenskommunikation. Beim Vectoring würden durch eine spezielle Kanalkodierung die gegenseitigen Störungen benachbarter Übertragungsleitungen reduziert. „Weniger Störung bedeutet höhere Geschwindigkeit, sodass über die vorhandene Kupferleitung Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s genutzt werden können“, sagt Gerlach.

Laut Mitteilung des Unternehmens wurde diese Vectoring-Verbindung gestern in Hunderttausenden Haushalten in 20 ausgewählten Orten Deutschlands freigeschaltet – dazu zählen Neuhof, Hauswurz, Mittelkalbach und der Kernort Hosenfeld. Ob das superschnelle Internet tatsächlich in allen Straßen der vier Orte verfügbar ist, muss von Fall zu Fall geprüft werden.

„Dass jetzt auch das schnelle Versenden und Herunterladen von doppelt so großen Datenmengen möglich ist, ist eine begrüßenswerte Entwicklung“, sagt Kalbachs Erster Beigeordneter Stefan Burkard (CDU), der derzeit als Bürgermeister fungiert. Vor allem Unternehmen, aber auch Privatleute seien auf das schnelle Internet angewiesen. Kalbach gehört zu den Gemeinden, die von der Telekom kostenlos flächendeckend mit Glasfaser versorgt wurden. Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s können dort erreicht werden; auch die Telekom bietet inzwischen in den Gebieten, in denen der Breitbandausbau abgeschlossen ist, Vectoring-VDSL an. Die Verfügbarkeit in einzelnen Ortsteilen und Straßenzügen muss individuell geprüft werden. „Wenn mit Vodafone nun ein weiterer Anbieter um Kunden wirbt, kann sich das nur vorteilhaft auf die Preispolitik auswirken“, sagt Burkard. / ann