Stadt Fulda trägt jetzt offiziell den Titel „Sternenstadt“

30. März 2019
fulda

Im Januar ist Fulda als erste Sternenstadt Deutschlands anerkannt worden; der Titel wurde nun am Samstag im Marmorsaal des Stadtschlosses im Beisein der hessischen Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) offiziell verliehen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Fulda will ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung setzen und hatte sich 2017 daher bei der International Dark Sky Association um den Titel „Sternenstadt“ beworben. Während der feierlichen Verleihung freuten sich Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Stadtbaurat Daniel Schreiner gemeinsam über die Auszeichnung. Die Stadt wolle nun konkret etwas gegen Lichtverschmutzung tun und damit Urbanität und Natur in Einklang bringen, sagte der OB. In Fulda würden nun aber nicht die Lichter ausgehen, beruhigte er: „Wir müssen sorgsam mit Licht umgehen. Zum Beispiel gehört Licht auf den Gehweg, nicht in den Nachthimmel“, so Wingenfeld.

Warum das so wichtig ist, erklärte Umweltministerin Hinz: Nicht nur könne ein Drittel der Menschheit die Milchstraße nicht mehr sehen, sondern die Lichtverschmutzung sei auch Ursache für viele ökologische Probleme: Das zunehmende Licht bringe zum Beispiel Vögel aus ihrem Rhythmus, Insekten würden in der Nacht die Orientierung verlieren. Lichtverschmutzung müsse daher viel stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Es sei toll, dass Fulda das Problem nun systematisch angehe, lobte sie und gratulierte zu der besonderen Würdigung.

Auch Martin Heun, Geschäftsführer der RhönEnergie, erklärte, dass das Unternehmen sich schon seit Langem für den Schutz der Nacht und eine umsichtige öffentliche Beleuchtung einsetze. Die Auszeichnung nun zeige, dass es möglich ist, dennoch eine attraktive Beleuchtung in der Stadt zu haben. Nach einer Videobotschaft von John Barentine von der Dark Sky Association überreichte schließlich Dr. Andreas Hänel, Leiter der Fachgruppe Dark Sky, das symbolische Siegel an die Verantwortlichen. Die Auszeichnung dürfe nun aber nicht dazu führen, dass sich die Stadt ausruhe, erklärte Wingenfeld: „Vielmehr befinden wir uns auf einem Weg, um die Lichtverschmutzung zum Wohl der Umwelt zu reduzieren.“

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