Helga Frings: Seit sechs Monaten spurlos verschwunden – Familie glaubt an Straftat

14. Januar 2020
KÜNZELL

Einen solchen Vermisstenfall hat es in der Region seit Jahrzehnten nicht gegeben: Helga Frings aus Künzell ist seit fast sechs Monaten spurlos verschwunden. Die Polizei hat keine Anhaltspunkte für eine Straftat. Die Familie jedoch geht weiter von einem Verbrechen aus.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

Nichts hat Helga Frings mitgenommen: Keine Tasche, keinen Schlüssel, kein Handy und auch nicht die Ohrringe, die sie immer trug. Es gibt keinen Abschiedsbrief, keine Lösegeldforderung eines möglichen Entführers, aber auch keine auffälligen Kontobewegungen, seit sie verschwunden ist. Es vergeht kein Tag, an dem sich die Familie nicht fragt, was geschehen ist.

Dass seine Frau noch lebend gefunden wird, glaubt Bernd Frings nicht. Doch ein Funke Hoffnung bleibe, wie der 64-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt – den Gedanken aber schnell wieder beiseiteschiebt. Für die Familie ist und bleibt der Verlust schmerzhaft.

Vermisst seit Juli 2019

Seit dem 24. Juli 2019 fehlt von der Ehefrau und Mutter jede Spur. Zuletzt gesehen wurde sie am Vorabend ihres Verschwindens, einem Dienstag. Bernd Frings erinnert sich, dass es eine laue Sommernacht war. Irgendwann muss die 63-Jährige aufgestanden und hinaus auf den Hof gegangen sein. Das Wohnhaus liegt direkt neben der Firma Werner Noll, die Bernd Frings leitet. Seine Frau hat die Buchhaltung gemacht. Die Firma verkauft und repariert Lastwagen und andere Nutzfahrzeuge. Am Hof ist immer viel los. Jede Nacht gibt es eine Art Notdienst, der im Fall einer Lkw-Panne hilft.

Auch in der Nacht, als Helga Frings verschwand, war der Pannendienstmitarbeiter im Einsatz und fuhr viermal zur Firma in Künzell. Etwas Ungewöhnliches bemerkt habe er jedoch nicht, weiß Bernd Frings. Er geht fest davon aus, dass seine Frau, mit der er seit mehr als 40 Jahren verheiratet ist, Opfer einer Straftat geworden ist.

Keine Anhaltspunkte

Anhaltspunkte gibt es dafür laut Polizei aber nicht. „Wir sind jedem Hinweis nachgegangen. Weiterhin ist nichts über die Hintergründe bekannt“, erklärt Polizeipressesprecher Dominik Möller. Es gab eine groß angelegte Suchaktion und eine Öffentlichkeitsfahndung. In solchen Fällen nennen die Behörden den Namen der Vermissten und veröffentlichen ein Foto. Auch unsere Zeitung hat berichtet und Zeugenaufrufe abgedruckt. Bei der Polizei wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die zum Beispiel die Nachbarn befragt hat. Zudem wurden Taucher eingesetzt, um die Gewässer, die zu dem Zeitpunkt nicht so viel Wasser führten, zu untersuchen. Nichts.

Ein ungewöhnlicher Fall

Hinweise werden weiterhin von der Polizei entgegengenommen, trotzdem sei derzeit nicht geplant, die öffentliche Fahndung bundesweit auszudehnen – etwa, in dem der Fall bei der Sendung „Aktenzeichen XY“ thematisiert wird. „Es sind weiterhin alle Möglichkeiten offen – von einer Straftat bis hin zu einem freiwilligen Verschwinden oder einem Suizid“, erklärt Möller. Erst wenn es konkrete Anhaltspunkte für ein Verbrechen gebe, sei „Aktenzeichen“ eine Option. Möller räumt aber ein, dass der Fall ungewöhnlich sei. „Normalerweise tauchen Personen nach wenigen Stunden oder Tagen wieder auf. Solche Langzeitvermisstenfälle sind in der Region selten.“

Keine Gewissheit

An einen Suizid glaubt Bernd Frings nicht. Seine Frau sei eine gesellige Person. Sie ist in vielen Vereinen und in der Kirche aktiv.

Die Unsicherheit macht es den Angehörigen schwer. Es gibt keine Gewissheit – nur diese: Ein Mensch kann nicht einfach so verschwinden. Irgendwo muss sie sein.

Hinweise

Wer Hinweise auf den Verbleib von Helga Frings geben kann, der soll sich bei der osthessischen Polizei melden unter der Telefonnummer (06 61) 10 50.

Die Vermisste ist 1,63 Meter groß, schlank und hat dunkelbraunes, etwa schulterlanges Haar. Zum Zeitpunkt des Verschwindens war Helga Frings 63 Jahre alt.

63-Jährige aus Künzell wird seit Dienstag vermisst - Polizei bittet um Hinweise

Seit Dienstag gegen 23.30 Uhr wird die 63-jährige Helga Frings aus Künzell vermisst. Sie hat in den Abend- oder Nachtstunden ihr Wohnhaus verlassen, seitdem fehlt von ihr jede Spur. Intensive Suchmaßnahmen der Polizei führten bislang nicht zum Auffinden von Frau Frings.

Auch Polizeitaucher im Einsatz bei Suche nach 63-Jähriger - weiterhin spurlos verschwunden

Seit Dienstag, 23. Juli, gegen 23.30 Uhr wird die 63-jährige Helga Frings aus Künzell vermisst. Sie hat in den Abend- oder Nachtstunden ihr Wohnhaus verlassen, seitdem fehlt von ihr jede Spur. Intensive Suchmaßnahmen der Polizei führten bislang nicht zum Auffinden von Frau Frings.

Helga Frings weiterhin vermisst - Polizei bittet erneut um Hinweise

Die 63-jährige Helga Frings ist seit Dienstag, 23. Juli verschwunden und trotz intensiver Ermittlungen bleibt sie auch weiterhin vermisst. Auch über die Hintergründe des Verschwindens ist weiterhin nichts bekannt. Aus diesem Grund wendet sich die Polizei erneut an die Bevölkerung und bittet um Hinweise.

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