Pfarrgemeinden in Künzell setzen weiter auf Sternsinger-Segnung nach Voranmeldung

08. Januar 2020
Künzell/Fulda

Immer weniger Kinder und Jugendliche engagieren sich in der Kirche, weshalb es schwer wird, kirchliche Bräuche aufrechtzuerhalten. Dieser Trend macht sich auch bei den Sternsingern bemerkbar, weshalb sich die Pfarrgemeinden St. Antonius und St. Pius aus Künzell zum Umdenken entschlossen haben.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Am Montag sprach Bischof Dr. Michael Gerber beim Aussendungsgottesdienst im Dom davon, dass die Sternsinger jedes Haus mit deren Anwesenheit segnen sollen. In vielen Gemeinden ist dies aber nicht mehr möglich. „Wir haben immer weniger Sternsinger und ein immer größer werdendes Gebiet“, gesteht Silvia Köhler, Pfarrsekretärin der St. Antonius-Gemeinde in Künzell.

Fotogalerie: Bischof Michael Gerber entsendet in Fulda 400 Sternsinger

Bischof Michael Gerber hat im Fuldaer Dom rund 400 Sternsinger zur feierlichen Aussendungsfeier im Rahmen der 62. Aktion Dreikönigssingen begrüßt. Unter dem Motto „Frieden! Im Libanon und weltweit" gedachten die jungen Christen in dem Gottesdienst zudem den Menschen, die an der politischen Situation im Nahen Osten leiden.

Auf den Segen müssen die Bewohner aber nicht verzichten, wenn sie sich im Vorfeld bei der Pfarrgemeinde anmelden. „In den Kirchen liegen Listen aus, in denen sich die Hausbewohner eintragen können. Auch telefonisch sind Anmeldungen trotz weniger Sternsinger möglich“, sagt Köhler. Der Ablauf beim Königssingen ist gleich geblieben: Die Sternsinger werden morgens entsendet und der Tag endet mit einem Abschlussgottesdienst.

Künzell keine Ausnahme

Schlechte Resonanz haben die Pfarrgemeinden für die Neuerung aus dem vergangenen Jahr nicht erhalten. „Die Menschen melden sich teilweise einen Monat vor der Entsendung“, erklärt Köhler. Darüber informiert wurden die Anwohner im Pfarrbrief.

Die Gemeinde Künzell ist dabei keine Ausnahme, wie Andrea Koob, Referentin für Ministrantenpastoral des Bistum Fuldas, erklärt. „Im Bistum ist es kein Einzelfall, dass in den Kirchen Listen für die Haussegnung aushängen. Die Zahlen der Teilnehmer schwanken und tendenziell werden es weniger.“

In Fulda ist die Lage besser

Dass sich immer weniger Kinder und Jugendliche für die Tradition interessieren, zeigen die Zahlen. Laut dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ waren 1980 deutschlandweit 500.000 Freiwillige im Einsatz. In diesem Jahr sind es nur noch 300.000. Um sich gegen die rückläufigen Zahlen zu stemmen, hat das Kindermissionswerk ein Sternsingermobil ins Leben gerufen.

„Jede Gemeinde kann das Mobil bestellen, das das ganze Jahr im Einsatz ist. In den Gemeinden informiert es über die Aktion“, erklärt Pressesprecherin Jessica Hurtak. Das Bistum Fulda hat keine neuen Maßnahmen zur Gewinnung von Sternsingern geschaffen.

„Da das Sternsingen in der Hand jeder einzelnen Pfarrgemeinde liegt, hängt es oft am Ehrenamt und von den Pfarrern ab. Bei lebendigen Gemeinden gibt es kaum Probleme mit der Anzahl der Teilnehmer“, sagt Koob. In der Diözese Fulda sieht es nicht schlecht aus, denn im vergangenen Jahr waren 217 Sternsingergruppen im Einsatz – 18 mehr als 2018.

Angela Merkel empfängt in Berlin vier Sternsinger aus dem Bistum Fulda

„Wenn ihr überall in Deutschland von Haus zu Haus zieht, dann pflegt ihr einen wunderbaren Brauch", begrüßte und lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag ihre 108 königlichen Gäste. Jeweils vier Sternsinger aus allen 27 deutschen Diözesen vertraten in Berlin die 300.000 engagierten Mädchen und Jungen, die sich rund um das Dreikönigsfest bundesweit in mehr als 10.000 katholischen Pfarrgemeinden und Einrichtungen an der 62.

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