Video: Friedrich Merz begeistert die CDU-Anhänger im voll besetzten Propsteihaus

05. Dezember 2018
Petersberg

Friedrich Merz, potenzieller Nachfolger von Angela Merkel als CDU-Bundesvorsitzender, war am Dienstag auf Einladung der MIT Hessen, des MIT-Kreisverbandes Fulda und des CDU-Kreisverbandes zu Gast im Propsteihaus in Petersberg. Er begeisterte die CDU-Anhänger.

+++ 21.10 Uhr +++ Der offizielle Teil der Veranstaltung ist vorbei, Landrat Bernd Woide übernimmt das Schlusswort. Er spricht von einem „herausstechenden“ Kandidaten Friedrich Merz. Jemand, der wirtschaftliche Entwicklungen abwägen und einbringen kann in die Politik. „Das ist ein Bonus, das bringt uns weiter.“ Er dankt Merz für seine Zeit. Nicht aber ohne den Hinweis: „Der Landkreis Fulda ist viel schöner als Ihr Sauerland.“

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+++ 21.05 Uhr +++ Eine Frau aus Engelhelms ergreift das Wort. Sie habe Migrationshintergrund, seit 2000 besitze sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie zahle vorbildlich ihre Steuern, betont sie, und müsse sich als Steuerzahlerin immer wieder ärgern. Ihre Frage: „Werden Sie die Flüchtlingspolitik von Frau Merkel weiterführen.“ Antwort Merz: „Erst mal sollte klar sein: Das, was 2015 passiert ist, darf sich nicht wiederholen“, sagt Merz, der gleich darauf die „großartige Hilfswelle“ in der Bevölkerung lobt.

„Aber: Wir stoßen an Grenzen. Und wenn wir unsere Bevölkerung nicht überfordern wollen, müssen wir die Zahl derer, die nach Deutschland strömen, eingrenzen.“ Und weiter: „Ich war schon immer für ein Einwanderungsgesetz – wir brauchen ein Einwanderungsgesetz aus Interessenslage des Staates heraus, nicht aus der Interessenlage der Einwanderer.“ Großer Applaus. „Das Ganze aber bitte mit der notwendigen Offenheit. Einwanderung ist keine Einbahnstraße: Sie kann auch bereichernd sein. Am Ende des Tages muss aber gelten: Es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen.“

Fotogalerie: Das war der Auftritt von Friedrich Merz in Bildern von Ralph Leupolt

Friedrich Merz will Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fall seiner Wahl zum CDU-Bundesvorsitzenden ein loyaler Partner sein. Das hat er am Dienstagabend in Petersberg betont. Unser Fotograf Ralph Leupolt hatte tolle Bilder bei dem Auftritt im Propsteihaus geschossen.

+++ 21 Uhr +++ Die Junge Union Fulda spricht das Thema Ehrenamt an: Die Zahl derjenigen, die sich engagieren, werde immer kleiner. „Die großartige Leistung der Ehrenamtlicher braucht mehr gesellschaftliche Anerkennung“, sagt Merz. „Und das ist eine politische Aufgabe, in der wir uns in der Pflicht sehen müssen.“

+++ 20.58 Uhr +++ Auch wenn die Themen ernst und die Fragen teils sehr kritisch sind, ist der Abend im Propsteihaus von der sehr lockeren Atmosphäre geprägt. Merz gibt sich sehr zugänglich, offen, scherzt mit dem Publikum - ohne den Fragen auszuweichen. Während er spricht, ertönt immer wieder spontaner Applaus.

+++ 20.45 Uhr +++ Nun sind ist das Publikum an der Reihe, Fragen zu stellen. Themen sind unter anderem die gesetzliche Rentenversicherung, die Stärkung der Attraktivität der Pflegeberufe – und Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, angesprochen von einer Besucherin, die aus Frankfurt nach Petersberg gekommen war. „Wir brauchen diskriminierungsfreie Bezahlung“, sagt Merz.

+++ 20.33 Uhr +++ Landtagsabgeordneter Markus Meysner fragt: „Was wollen Sie für den ländlichen Raum tun?“ Merz antwortet: „Ich selbst komme aus dem Hochsauerlandkreis. Ich fühle mich dort zu Hause.“ Er sei somit auch „einer vom Land“ und wisse um die Attraktivität des ländlichen Raums. „Der Anteil der Beschäftigten in der gewerblichen Industrie ist dort oft höher als in den Ballungsgebieten“, betont Merz. Man müsse weiter Perspektiven schaffen für diejenigen, die auf dem Land arbeiten, aber vor allem auch leben wollen: „Dazu braucht es zunächst mal eine gute Verkehrs- und eine starke digitale Infrastruktur.“ Aber auch die „weichen“ Faktoren wolle er angehen: Das Angebot im Bereich Sport und Kultur stärken.

+++ 20.26 Uhr +++ Gärtner begrüßt eine 16-Jährige, die eigens für diese interne Veranstaltung in die Junge Union eingetreten ist. Das neue Mitglied tritt ans Mikrofon und wendet sich an Merz: „Die CDU hat in den vergangenen Jahren viel an Profil verloren. Ich hoffe mit Ihnen auf einen Neuanfang. Ich wollte mir nicht die Chance entgehen lassen, mir einen Eindruck von Ihnen zu verschaffen.“ Sie wird von Merz mit einem „Willkommen im Club“ in der Partei begrüßt.

+++ 20.20 Uhr +++ Angesprochen auf die Befürchtung, er sei ein Mann „nur für den Wirtschaftsflügel“, antwortet Merz: „Nun, es gibt ja schlimmere Befürchtungen“, was für Gelächter und großen Applaus sorgt. Dann wird Friedrich Merz wieder ernst: „Vielleicht ist es gerade in dieser Zeit nicht ganz schlecht für die CDU, vorne an der Spitze jemanden zu haben, der auch ein bisschen Ahnung von Wirtschaft hat.“ Erneut viel Applaus. „Ich bekenne mich dazu: Ja, ich komme aus einem wirtschaftsnahem Beruf. Aber diese Erfahrungen bringe ich in die Politik ein, in der ich auch 20 Jahre war. „Ich gebe zu: Es ist ein gewisses Experiment. So was hat es ja in Deutschland bisher noch nicht gegeben. Ich mache der Partei aber das Angebot: Lasst es uns versuchen.“

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+++ 20.13 Uhr +++ Thema Militärausgaben: „Sie sagen, diese müssen erhöht werden. Kostet das nicht viel Geld?” Antwort: „Habe nicht den Eindruck, dass das Geld bei der Bundeswehr effizient genug genutzt wird. Wir arbeiten da zu wenig mit unseren europäischen Partnern zusammen.“

+++ 20.10 Uhr +++ Thema Verhältnis zu Amerika und Russland: „Wir müssen versuchen, mit Russland so gut wie möglich zusammenzuarbeiten. Es gibt niemanden auf der Welt, der so oft mit Putin geredet hat wie Angela Merkel.“ Diese Bemühungen seien auch weiterhin wichtig – aber: „Unser Signal muss sein: Wir sind nicht bereit, Völkerrechtsverletzungen zu akzeptieren. Da muss ganz Europa eine klare Haltung präsentieren.“

Die komplette Rede von Friedrich Merz in Petersberg zum Anhören als Audio-Datei

Friedrich Merz, einer der drei potenziellen Nachfolger von Angela Merkel als CDU-Bundesvorsitzender, hat am Dienstagabend im Propsteihaus in Petersberg die CDU-Seele gestreichelt und sich präsidial gegeben. Hier können Sie sich die komplette Rede von Friedrich Merz als Audio-Datei anhören.

+++ 19.57 Uhr +++ „Wie wollen Sie es schaffen, die AfD kleinzukriegen?“, fragt Gärtner. Merz antwortet: „Wir müssen erst mal analysieren, was sie so stark gemacht hat.“ Was man der Bevölkerung unter anderem wieder signalisieren müsse: Die Nationalstaaten sind und bleiben wichtig. „Ich bin ein großer Anhänger der EU, aber diesbezüglich ist da viel Vertrauen verloren gegangen. Das müssen wir ansprechen.“

+++ 19.52 Uhr +++ „Jetzt reden wir Tacheles“, sagt Gärtner. „Kann der Merz mit der Merkel?“ Merz antwortet: „Vor 20 Jahren waren Frau Merkel und ich unterschiedlicher Meinung. Das ändert nichts an meinem heutigen Respekt vor dem, was sie erreicht hat. Bundeskanzlerin zu werden, ist schwierig. Es zu bleiben, noch schwieriger.“

Als Parteivorsitzender müsse es nun darum gehen, „dafür zu sorgen, dass wir eine stabile Regierung haben. Das geht nur mit Respekt vor dem Amt Bundeskanzlerin und mit gegenseitiger Loyalität. „Schließlich haben wir ein gemeinsames Interesse, und das geht über die Partei hinaus - wir haben eine Verantwortung unserem Land gegenüber.“ Und außerdem: „Respekt und Loyalität sind selbstverständlich, ich bin so erzogen.“

+++ 19.50 Uhr +++ Ein wichtiges Ziel sei außerdem: Eine gemeinsame starke europäische Haltung gegenüber Amerika. „Amerika hat kein Interesse an einem gestärkten, geeinten Europa.“ Dem müsse man entgegentreten.

+++ 19.45 Uhr +++ Gärtner fragt: „Was müssen wir anpacken, um wieder auf 40 Prozent zu kommen?“ Merz antwortet: „Die CDU ist ein Spiegel der Gesellschaft. Der Zusammenhalt der Gesellschaft ist unser Ziel - also müssen wir erst mal wieder zueinander finden.“ Man habe es immer geschafft, zwischen Sozial- und Wirtschaftspolitik Wege zu finden. „Das müssen wir auch schaffen.“

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+++ 19.42 Uhr +++ ...und er ergänzt: Während seiner politischen Abwesenheit habe sich viel geändert. „Wir sind die letzte große christdemokratische Partei Europas.“

+++ 19.41 Uhr +++ Gärtner fragt: „Sie waren lange nicht mehr in der Politik tätig. Wie hat es sich angefühlt, wieder aktiv zu werden?” Merz antwortet: „Es ist für mich eine außergewöhnliche, interessante, formende Zeit gewesen. Ich hatte viel Gelegenheit, Deutschland von außen zu betrachten. Da bekommt unser Land gleich mal eine andere Dimension. Wenn man in Asien unterwegs ist und dann zurückkommt, denkt man sich gleich: Mensch, nimm dich mal selbst nicht so wichtig.“

+++ 19.40 Uhr +++ „Danke, dass Sie uns diese tollen Impulse gegeben haben”, sagte Christopher Gärtner, CDU-Kreisgeschäftsführer und Moderator des Abends. „Sie haben geschildert, wie wir uns die CDU vorstellen können, der Sie vorstehen.“

+++ 19.38 Uhr +++ Klares Ziel der CDU ist laut Merz: Wieder in ganz Deutschland über 40 Prozent zu kommen, und Deutschland nicht den Populisten mit ihren „scheinbar einfachen Antworten“ überlassen. „Wir brauchen wieder eine gute Mannschaft, die vor die Wählerinnen und Wähler treten kann. Wir haben die Verpflichtung, den demokratischen Prozess wieder in Gang zu bringen.”

Video: Friedrich Merz begeistert die CDU-Anhänger im voll besetzten Propsteihaus

+++ 19.35 Uhr +++ Merz spricht über Globalisierung. Von dieser profitiere Deutschland in höchstem Maße – „Sie hat aber auch Schattenseiten.“ Sie nehme Identität, Heimatgefühl und „Gewissheiten von früher“. „Die CDU muss hier klare und deutliche Antworten geben.“ Man müsse immer wieder klarmachen: „Die CDU ist die Europapartei in Deutschland.“

+++ 19.22 Uhr +++ „Vor uns liegen große Herausforderungen”, beginnt Merz, der von einem „Kulturkampf“ mitten in Europa spricht. „Wir sind uns mit vielen Staaten nicht einig, welche Form von Demokratie in unserer Europäischen Union die richtige ist. Wir müssen ein klares Bekenntnis abgeben: Wir sind eine offene, hilfsbereite, tolerante Gesellschaft, toleranter als je zuvor. So viel Toleranz gab es noch nie. Aber unsere Hilfsleistungen stoßen an Grenzen.“

+++ 19.13 Uhr +++ Friedrich Merz betritt die Bühne - und begrüßt die Gäste zu einer „Familienfeier“.

+++ 19.05 Uhr +++ „Er steht für ein Erfolgsmodell der klaren Kante. Wir bekennen uns zu Friedrich Merz“, ergänzt Marco Reuter, MIT-Landeschef.

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+++ 19 Uhr +++ „Fulda ist etwas Besonderes, und wir wollen es bleiben”, sagt der Fuldaer Landtagsabgeordnete Markus Meysner zur Begrüßung der Gäste. Er dürfe auch einen besonderen Gast begrüßen: Friedrich Merz, der von der Fuldaer CDU und der MIT als Nachfolger für Angela Merkel als CDU-Bundesvorsitzender vorgeschlagen wurde. „Da bin selbst ich ein bisschen aufgeregt”, sagte Meysner.

+++ 18.52 Uhr +++ Es füllt sich. Im Propsteihaus wird mit 500 Besuchern gerechnet. Mehr dürfen nicht hinein.

+++ 18.48 Uhr +++ Die Veranstaltung beginnt in wenigen Minuten. Nach der Begrüßung durch MIT-Landeschef Marco Reuter und den CDU Kreisverbandsvorsitzenden Markus Meysner wird Friedrich Merz etwa 15 Minuten reden. Nach einem moderierten Gespräch haben die Zuhörer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Moderator des Abends ist CDU-Kreisgeschäftsführer Christopher Gärtner.

+++ 18.45 Uhr +++ Wir starten unseren Live-Ticker.

Das ist Friedrich Merz in Zahlen - Live-Ticker heute Abend aus dem Petersberger Propsteihaus

Friedrich Merz ist am Dienstagabend in Petersberg. Wir berichten ab 19 Uhr mit einem Live-Ticker aus dem Propsteihaus. Wir haben Ihnen vorab einige Zahlen rund um den Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz zusammengestellt.