Jünger als gedacht: Daherkommende Buchonia in der Jägerrolle

31. Dezember 2019
Flieden

Im Fahrstuhl zwischen Hessenliga und Verbandsliga ist der SV Flieden seit vergangenem Sommer mal wieder in der unteren Etage zu Hause, wobei Ansagen Richtung Titel beziehungsweise Wiederaufstieg vor der Runde ausblieben.

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Halling

Dennoch hat sich die Mannschaft von Zlatko Radic in der ersten Halbserie trotz schwieriger Personallage sehr stabil präsentiert und die ersten beiden Plätze noch lange nicht aus den Augen verloren.

So lief die bisherige Runde: Das Gesicht des Kaders blieb wie schon gewohnt fast unverändert, Neuzugänge wurden mehrheitlich unter dem Motto „Jugend forsch“ verpflichtet. Zunächst vertraute Coach Zlatko Radic aber auf die arrivierte Hessenliga-Garde, die in den ersten zwölf Spielen auch ablieferte und 32 von 36 Punkten einheimste.

Ziemlich lange gelang es der Buchonia, die stetig anwachsende Liste an verletzten und gesperrten Spielern nicht groß Thema werden zu lassen, obwohl nach dem Hombressen-Spiel gar Offensivstar Fabian Schaub wegen eines Mittelfußbruchs wegfiel. So kamen die Youngster um Noah Odenwald, Torben Grosch, Leon Busch oder Tobias Rehm schon mehr zur Geltung, als sie noch zu Beginn der Saison erwartet haben dürften.

Im Oktober durchlebten die Greenhorns ihre erste Krise, als die mittlerweile blutjung daherkommende Mannschaft gerade gegen die Spitzenteams ihre Grenzen aufgezeigt bekam. Mit Drei Zu-null-Siegen zum Jahreskehraus gelang aber rechtzeitig die Kehrtwende, um zufrieden in die Pause und bei sechs Punkten Rückstand auf die Spitze angriffslustig in der Jäger-Rolle in die Restrunde zu gehen.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen: Auch A-Junioren-Hessen- und Verbandsligaspieler brauchen Zeit, um bei den Senioren Fuß zu fassen, das mussten Noah Odenwald und Constantin Drimalski (Horas), Torben Grosch (Viktoria Fulda) oder Leon Busch (JFV Bad Soden-Salmünster) erfahren, die zunächst eher ein Dasein auf der Bank fristeten, durch die Verletzungsmisere aber letztlich doch relativ viel Spielzeit sammeln durften. Zum Ende der Halbserie taute vor allem Odenwald auf.

Die zwei weiteren Sommer-Neuzugänge, Aaron Neu (Petersberg) und David Peli (A-Junioren Horas) waren erst einmal lange verletzt. Während Neu, der einzige erfahrene Zugang, hintenraus noch sieben Spiele absolvierte und andeutete, dass er der Buchonia als Spielmacher, den es in Flieden lange nicht in dieser Form gegeben hat, viel Freude bereiten kann, kam Peli nie richtig im Königreich an und verabschiedet sich im Winter schon wieder Richtung SG Schlüchtern/Elm.

In Erinnerung bleibt: Gleich schon mal der Start gegen Vellmar, als die Buchonia den langjährigen Hessenligarivalen mit 8:0 zurück gen Nordhessen schickte. Auch in anderen Spielen wurde das große Leistungsgefälle zwischen einzelnen Teams in der diesjährigen Runde sichtbar. Die schwersten Brocken erwischte die Buchonia, als es ausfalltechnisch am schlechtesten um sie stand.

Auch wenn man die Misere im Oktober nicht zu sehr am Ausfall von „Lebensversicherung“ Fabian Schaub festmachen wollte: Der Sturmtank aus Eichenried fehlt Flieden schon schmerzlich. Wie Kai aus der Kiste kam zum Halbserienfinale Tobias Rehm daher, dem viele im Buchonen-Umfeld nicht unbedingt das Niveau für die erste Mannschaft zugetraut haben, der sich aber gegen Ende hin zur Triebfeder im Fliedener Angriff mauserte.

Gewohnt überragend präsentierte sich Keeper Lukas Hohmann, der mit zu den besten Torhütern der Klasse zählt, wenn nicht der beste Schlussmann der Liga ist. Zum Leader im Zentrum schwingt sich Sechser Luca Gaul auf.

Ausblick: In Flieden freut man sich, dass man mal wieder mehr Spiele gewinnt als verliert und schon ein wenig den Umbruch einleiten kann. Schließlich wird die gestandene Crew um Andreas Drews, Andre Leibold, Fabian Schaub oder Sascha Rumpeltes nicht ewig weiterspielen. Gleich im März wird die Buchonia in Vellmar, gegen Johannesberg und in Willingen zeigen müssen, ob sie bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen kann.

Vom Kader her scheinen die Nachbarn Hünfeld und Johannesberg etwas zu stark, Flieden punktet aber weiterhin durch Geschlossenheit und Schlitzohrigkeit. Sollte die Rückkehr in die Hessenliga nicht gelingen, wäre das kein Beinbruch, zumal das hessische Oberhaus mittlerweile bei weitem nicht mehr so attraktiv daherkommt, wie das noch vor zwei, drei Jahren der Fall gewesen ist.

Topfittem RSV Petersberg gelingt 1994 der Aufstieg in die Hessenliga

Derzeit dümpelt der RSV Petersberg im Tabellenmittelfeld der Gruppenliga Fulda, der siebten Liga, herum. Vor etwas mehr als 25 Jahren schaffte das Team vom Waidesgrund hingegen den Sprung in Hessens höchste Amateurklasse, sozusagen der Dritten Liga. Trainer heute wie damals - Jürgen Krawczyk.

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