Kuh Hanna findet nach Flucht vor Schlachter in Kalbach neue Heimat

14. Januar 2020
Kalbach

Sie schwamm auf der Flucht vor dem Schlachter durch die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, steckte tief im Schlamm, war unterkühlt. Jetzt bekommt die deutschlandweit bekannt gewordene Kuh Hanna in Kalbach ihr Gnadenbrot.

Nach ihrer spektakulären Flucht vor dem Schlachter hat die Kuh Hanna in Kalbach eine neue Heimat gefunden. In der Nacht wurde das Tier aus Vipperow in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Hof nach Kalbach gebracht, wie die ehemaligen Halter Jaqueline und Roberto Schulz bestätigten. „Sie ist heute Morgen dort eingetroffen - ihr geht’s schon richtig super“, sagte Jaqueline Schulz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die „Bild“-Zeitung und die „Ostsee-Zeitung“ hatten über die nächtliche Reise des Tieres berichtet.

Der Verein Rüsselheim hatte Hanna von dem Landwirtschaftsbetrieb gekauft. Er betreut nach eigenen Angaben deutschlandweit rund 1500 Tiere, die vor dem Schlachttod gerettet wurden oder in unwürdigen Umständen lebten. Über den Kaufpreis vereinbarten laut Schulz beide Parteien Stillschweigen.

Feuerwehr rettete Kuh aus dem Schlamm

Hanna hatte im November bundesweite Berühmtheit erlangt, als sie auf der Fahrt zum Schlachthof ausbüxte und durch die Müritz schwamm. Am Ende blieb sie im schlammigen Untergrund stecken. Sie konnte sich von alleine weder bewegen noch selbst befreien.

Mit Hilfe von Seilen und einem Radlader zog die Feuerwehr das anderthalb Jahre alte Rind völlig unterkühlt aus dem Schlamm. Laut Bild entschieden die Besitzer: Dieser Überlebenswille müsse belohnt werden, Hanna dürfe leben. In den Folgetagen habe es ein regelrechtes Wettbieten auf die Kuh gegeben. „Ja, wir waren schon ganz schön überwältigt“, zitiert die „Ostsee-Zeitung“ Roberto Schulz. Erst nach Neujahr habe festgestanden: Die Kuh kommt auf einen Hof nach Hessen. „Dort passt sie ganz gut rein“, sagte Jaqueline Schulz. /dpa

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