Anklage im Landgericht: Jugendliche von Rockern bedroht und geschlagen

11. September 2019
Fulda

Ein Vater, dessen Tochter vergewaltigt worden sein soll, setzt eine rockerähnliche Gruppierung aus Mainz auf die mutmaßlichen Täter an. So zumindest lautet der Vorwurf, den die Anklage am Mittwoch im Landgericht Fulda gegen fünf Männer erhoben hat.

Um den Vergewaltigungsvorwurf, der sich später nicht bestätigte, ging es gestern aber nicht. Laut Anklage soll sich jedoch Folgendes im Jahr 2017 zugetragen haben: Nachdem er erfahren hatte, dass seine in Neuhof lebende, 13-jährige Tochter Anzeige gegen einen 18-jährigen Neuhofer wegen Vergewaltigung erstattet hatte, nahm der in Mainz wohnhafte 46-jährige Angeklagte Kontakt mit einer rockerähnlichen Gruppierung aus Mainz auf. Gemeinsam fuhren sie nach Neuhof, wo sie hofften, den 18-Jährigen sowie einen 24-Jährigen, der ebenfalls in die Vergewaltigung involviert gewesen sein soll, anzutreffen.

Stattdessen trafen die Angeklagten in einer Garage in Neuhof auf zehn Jugendliche, die sie mit einem Baseballschläger und einem Knüppel bedrohten, ihre Personaldokumente abfotografierten und zwei Geschädigte, darunter den Betreuer der Jugendlichen, schlugen.

Auf Anraten des Richters Dr. Jochen Müller, den Prozess nicht unnötig in die Länge zu ziehen, kündigte der Verteidiger des Vaters an, sein Mandant wolle am Freitag eine „geständige Einlassung, die sich an der Anklage orientiert“, abgeben. Die Verteidiger gaben sich zudem offen für Müllers Vorschlag, eine Schadensersatzzahlung an die an der nicht erfolgten Vergewaltigung „völlig unbeteiligten“ Geschädigten zu leisten. / mlo