Kesselwagen soll in der Nacht leergepumpt werden

02. Dezember 2018
Neuhof

Die Rettungskräfte wollen das Problem mit dem Kesselwagen im Neuhofer Bahnhof in der Nacht von Sonntag auf Montag lösen. Das teilte Jochen Fries, Einsatzleiter von der Evonik-Werksfeuerwehr in Marl, am Sonntagabend mit.

Gegen 23 Uhr wird ein leerer Kesselwagen aus Marl in Neuhof erwartet. In ihn sollen die 600 Kilogramm Methylchlorid aus dem beschädigten Wagen umgepumpt werden. Die geringen Reste, die sich nach dem Umpumpen noch im Waggon befinden, sollen dann kontrolliert abgebrannt werden, kündigte Fries an.

Von diesem Umpumpen und Abfackeln gehe keine Gefahr aus, erklärte Fries. Pendler und Schüler können den Bahnhof deshalb am Montagmorgen nutzen. Genutzt werden kann allerdings nur Gleis 1, berichten Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) und Inspektionsleiter Rainer Paul von der Bundespolizei in Kassel. „Ein solches Szenario mit einer drohenden Gefahrstoffaustritt hatten wir im Kreis Fulda seit Jahrzehnten nicht mehr“, erklärte Kreisbrandinspektor Adrian Vogler.

Fries ist seit Sonntagmittag mit fünf Mitarbeitern aus Marl und sechs Evonik-Kollegen aus Hanau vor Ort. Beim Umpumpen sollen Kräfte von Technischem Hilfswerk und Feuerwehr unterstützend eingreifen. Sie sollen unter anderem den Kesselwagen so anheben, dass er sich besser leerpumpen lässt. Die Flüssigkeit muss deshalb in einen anderen Bahnwaggon umgepumpt werden, weil sie auf Straßen nicht transportiert werden darf.

Der Kesselwagen mit einem Volumen von 64 Tonnen hatte in der vergangenen Woche Methylchlorid vom Evonik-Standort Marl zum Evonik-Standort Steinau (Straße) gebracht. „Ein Rest des Stoffes bleibt auch nach dem Abpumpen immer zurück“, erläuterte Fries. Ein geringer Teil war am Freitag ausgetreten, als der Kesselwagen bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Wagen beschädigt worden war.

Bürgermeister Stolz dankte den Rettungskräften für ihren umsichtigen Einsatz.

Hintergrund: Am Freitag waren bei Rangierarbeiten ein Gaskesselwaggon und ein Güterwaggon zusammengestoßen. Die Bergung, bei der gut 150 Kräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei im Einsatz waren, gestaltete sich schwierig. Der Waggon konnte zwar wieder aufs Gleis gestellt werden, wegen eines Lecks wurden die Bergungsarbeiten jedoch abgebrochen. Etwa 100 Anwohner waren aus ihren Häusern evakuiert worden. Im Gemeindezentrum wurde eine Versorgungsstation eingerichtet. / vn, lio

Kesselwagen in Neuhof wieder auf Gleisen - Sonntag und/oder Montag neue Evakuierung?

Nach dem Güterzug-Unfall im Neuhof ist der verunglückte Kesselwagen am Samstag wieder auf die Gleise gehoben worden. Weil dann aber ein durchaus gefährliches Gas austrat, wurden die weiteren Bergungsarbeiten unterbrochen. Im Raum stand lange, dass die Bewohner auch über die Nacht nicht in ihre Häuser zurück können.